Hamburg: Video aus der Innenstadt sorgt für mächtig Ärger – „Beängstigend! Unverantwortlich!“

Radfahren in Hamburg ist nach wie vor oft sehr gefährlich
Radfahren in Hamburg ist nach wie vor oft sehr gefährlich
Foto: Hanno Bode/Imago

Hamburg. Oh je! Was für die Radfahrer in Hamburg eine große Erleichterung, fast ein Luxus, werden sollte, droht sich gerade in eine potenzielle Todesfalle zu verwandeln.

Am Ballindamm hatte Verkehrssenator Anjes Tjarks im Juli den ersten XXL-Fahrradweg in Hamburg vorgestellt. Statt schmalen 1,85 Meter ist er mit 2,75 Metern fast so breit wie eine Auto-Fahrspur. Und genau das entpuppt sich gerade als Problem.

++ Tim Mälzer: Was ist denn da in seinem Bullerei-Büro passiert? Verstörendes Foto auf Instagram! ++

Hamburg: XXL-Radweg als gefährliche Falle?

Denn aktuell drohen Radlern auf der angenehm breiten Trasse gleich zwei Gefahren. Rechts, am Fahrbahnrand, dürfen Pkw parken. Um dorthin zu kommen und wieder wegzufahren, müssen sie naturgemäß die Fahrradspur kreuzen. Nicht alle tun das umsichtig und rücksichtsvoll.

-----------------------------------

MOIN.DE ist das Newsportal für Hamburg und den Norden.

Wer wir sind und was wir vorhaben – hier weiterlesen >>

Wie findest du MOIN.DE? Schreib uns deine Meinung – klipp & klar an moin@moin.de!

Hier findest du uns bei Facebook >>

Und hier auf Instagram >>

Und wie du den Gruß „Moin“ richtig benutzt, erfährst du hier >>

-----------------------------------

Die zweite Gefahr: Da der Radweg aussieht wie eine zweite Autospur und tatsächlich früher auch eine solche war, erkennen viele Autofahrer ihn nicht als Fahrradspur (oder wollen ihn nicht als solche akzeptieren).

Hamburg: Autofahrer nutzen Radweg als Fahrspur

Zwar sind auf der Straße Fahrradsymbole als weiße Markierungen angebracht, aber das reicht scheinbar nicht. Um die Spur wirklich als Fahrradweg erkennbar zu machen, müsste der Asphalt vermutlich flächig und unübersehbar im bekanntem Fahrradweg-Weinrot gestrichen werden, oder – besser, aber wegen der Parksituation wohl kaum möglich – mit Pollern oder ähnlichem von der Autospur abgegrenzt werden.

Wie fatal die aktuelle Situation ist, zeigt ein Video, das ein Fahrrad-Aktivist mit dem Twitternamen @RadwegH online geteilt hat:

Hamburg: Video zeigt Gefahren auf

Gleich mehrfach stockt einem beim Ansehen der Atem. Erst schert ein parkendes Auto von einem der Parkplätze neben dem Gehweg auf die Radspur aus, sehr knapp hinter einem vorbeikommenden Radler.

Das Auto müsste eigentlich direkt auf die Autospur auf der linken Seite wechseln – bleibt aber auf der Fahrradspur, weil links gerade mehrere Autos an der Ampel warten und es keine Lücke zum Einordnen gibt. Und auch, weil der Fahrer ohnehin an der Ampel rechts abbiegen will und deshalb den Radweg als Abbiegespur nutzt.

----------------

Mehr News aus Hamburg:

----------------

Hamburg: Dreister Taxifahrer gefilmt

Genau das tun auch viele andere Autofahrer, die nicht aus der Parkbucht kommen, sondern dreist von der linken auf die rechte (Fahrrad!-)Spur wechseln, um von dort an der Ampel rechts abzubiegen.

Besonders frech verhält sich ein Taxifahrer, der über die ganze Länge des Radwegs bis zur Ampel fährt und damit direkt mehrere andere Pkw auf der linken Spur ermutigt, es ihm gleichzutun und sich hinter ihm einzuordnen. Fatal!

Fahrradaktivist aus Hamburg ist entsetzt

„Haarsträubend! Beängstigend! Unverantwortlich!“, kommentiert der Aktivist @RadwegH das Verhalten der Autofahrer. Aber er kritisiert auch den Verkehrssenator für das nicht konsequent durchdachte Konzept. „Murks-XXL-Radweg“ nennt er das Prestige-Projekt.

Vielleicht sorgt dieses beängstigende Video ja dafür, dass der Radweg im Verlauf der Bauarbeiten am Ballindamm sicherer gemacht wird und Autofahrer dann gar nicht mehr die Möglichkeit haben, ihn als zweite Fahrspur zu nutzen. (wt)