Aida: Eine umstrittene Legende verlässt die Flotte – „Das ist gefühlt wie ‚Wetten, dass‘ ohne Gottschalk“

Die Aida stellt sich in der Entertainment-Sparte neu auf.
Die Aida stellt sich in der Entertainment-Sparte neu auf.
Foto: IMAGO / BildFunkMV

Das ist mal ein Hammer, mit dem so keiner gerechnet hat. Am Sonntag veröffentlichte die Aida noch ihr „Prime Time Magazin“ – wie jede Woche. In dem Rückblick gibt es in Videos die schönsten Bilder von Fahrten der Flotte sowie Interviews zu sehen. Moderiert werden die Clips jedes Mal von Borris Brandt.

So auch am vergangenen Sonntag (8. März). Am Muttertag habe man ein ganz besonderes Magazin gemacht, erzählt der Entertainment-Direktor der Aida. Damit meint Borris Brandt seinen Gast Finn, dessen Vater bei der Flotte arbeitet und der sich ein„Prime Time Magazin“ für Kinder wünschte. Das sollte er auch bekommen.

Aida-Legende geht

Dass die Ausgabe aber nicht nur wegen Finn eine Besondere wurde, wurde nicht erwähnt. Denn wie sich mittlerweile herausstellte, sollen sich die Wege von Borris Brandt und der Aida plötzlich getrennt haben.

Der Entertainment-Direktor verantwortete elf Jahre lang das Bordprogramm der Reederei, holte bekannte Shows wie „Wer wird Millionär“ auf die Schiffe und sorgte dafür, dass den Reisenden in den Theatern nicht langweilig wurde. Die Reederei hat Brandt in diesem Bereich viel zu verdanken. So heißt es von einem Fan auf Facebook: „Der Vergleich hinkt ein wenig, aber dass ist gefühlt wie ‚Wetten das‘ ohne Gottschalk. Borris symbolisiert wie kein anderer par excellance die Marke und den Spirit von Aida und hat die Marke ‚gelebt‘.“

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Viele Menschen finden es traurig, dass Borris Brandt geht und spekulieren, wie es mit der Entertainment-Sparte nun weitergehen könnte. Eine Frau kritisiert hingegen: „Aida hatte gutes Entertainment vor ihm. diese ganzen TV-Formate haben mir nie gefallen. Bringt wieder richtige Shows zurück!“

Laut des gut vernetzten Kreuzfahrt-Schiffstester Matthias Morr wurde das Ende der Ära des Entertainment-Direktors in dieser Woche bekannt, eine Nachfolge soll noch nicht feststehen. Von Brandt oder der Aida gibt es bislang kein öffentliches Statement.

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Daten und Fakten zu Aida:

  • Aida ging aus der „Deutsche Seereederei“ hervor, einem volkseigenen Betrieb im Feriendienst der DDR
  • Nach der Wende beschloss das Unternehmen, Kreuzfahrtschiffe nach amerikanischem Vorbild zu bauen
  • Damit sollte das Prinzip eines Cluburlaubs auf die Kreuzfahrtreise übertragen werden
  • 1996 ging das erste Aida-Clubschiff auf Reise, derzeit (Stand 2022) besteht die Flotte aus 14 Schiffen
  • 15.000 Menschen aus 50 Ländern arbeiten für Aida, davon 13.500 an Bord der Schiffe
  • Der Firmensitz von Aida ist in Rostock, die Reederei hat ihren Sitz in Hamburg
  • Die Schiffe fahren unter italienischer Flagge, Aida gehört zum italienischen Unternehmen Costa Crociere
  • Das Merkmal der Aida-Schiffe ist der Kussmund am Bug

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Aida: Exzentrische Art sorgte für Aufsehen

Ebenso wie Borris Brandt für seine offene Art geliebt wurde, so sorgte er auch immer wieder für Aufsehen. So vor allem sein exzentrischer Kleidungsstil: Der Entertainment-Direktor tauchte Anfang 2021 in einem Video des Youtubers Lion auf, in dem er stolz seine 600-Euro-Gucci-Schuhe präsentierte und über seine Liebe zu Luxus-Klamotten redete, aus der er auch in Sozialen Netzwerken keinen Hehl macht (hier mehr dazu). Brandts Instagram-Account besteht fast nur aus dem Abfeiern der Marke.

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Da vor allem asiatische Arbeitskräfte auf Aida-Schiffen im Vergleich zu Kollegen aus dem Westen wenig verdienen und die Reederei zeitweise viele Menschen entließ oder diese wegen Corona um ihre Jobs fürchteten – auch bei Brandts Entertainment-Sparte – sorgten seine Kleidungs-Auslassungen für besondere Empörung. (rg)