Aida: Bitteres Gerücht jetzt offiziell – für dieses Schiff gibt es nie wieder Reisen

Aus für ein beliebtes Aida-Schiff...
Aus für ein beliebtes Aida-Schiff...
Foto: imago images/Eibner

Die Spatzen schrien es schon länger von den Dächern, jetzt ist es leider amtlich: Ein beliebtes Schiff von Aida wird die Flotte verlassen. Das hat das Unternehmen mitgeteilt. Ein Verkauf steht damit wohl unmittelbar bevor.

Das besagte Schiff taucht in den neuen Reise-Plänen von Aida jetzt überhaupt nicht mehr auf. Seit zwei Jahren schon liegt der Kussmund-Kreuzer vor Tallin in Estland und kam seit der Corona-Pandemie nicht mehr in Schwung (hier mehr dazu).

Aida verabschiedet sich

Mit über 20 Jahren auf See ist die „Aida Vita“ das älteste Schiff der Flotte und sollte eigentlich am 24. Juli dieses Jahres wieder auf Reisen gehen. Danach klaffte allerdings eine große Lücke in den Reiseplänen: Bis zum 21. September war keine Fahrt mehr gelistet. Verdächtig.

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Mit der jetzt verkündeten Fahrplanänderung wird deutlich, dass die Aida überhaupt nicht mehr mit der „Vita“ plant. Vom Unternehmen heißt es: „Nach 20 erfolgreichen Jahren wird Aida Vita nicht wieder für das Unternehmen eingesetzt werden. Gäste, die bereits eine Reise mit Aida Vita gebucht haben, werden kontaktiert und über ihre neuen Reiseoptionen bzw. Umbuchungsmöglichkeiten informiert.“

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Daten und Fakten zu Aida:

  • Aida ging aus der „Deutsche Seereederei“ hervor, einem volkseigenen Betrieb im Feriendienst der DDR
  • Nach der Wende beschloss das Unternehmen, Kreuzfahrtschiffe nach amerikanischem Vorbild zu bauen
  • Damit sollte das Prinzip eines Cluburlaubs auf die Kreuzfahrtreise übertragen werden
  • 1996 ging das erste Aida-Clubschiff auf Reise, derzeit (Stand 2022) besteht die Flotte aus 14 Schiffen
  • 15.000 Menschen aus 50 Ländern arbeiten für Aida, davon 13.500 an Bord der Schiffe
  • Der Firmensitz von Aida ist in Rostock, die Reederei hat ihren Sitz in Hamburg
  • Die Schiffe fahren unter italienischer Flagge, Aida gehört zum italienischen Unternehmen Costa Crociere
  • Das Merkmal der Aida-Schiffe ist der Kussmund am Bug

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So wird die „Aida Bella“ die Routen „Große Winterpause“ von „Aida Vita“ übernehmen. Die drei Kreuzfahrten „Herbstliche Nordlichter“ ab/bis Hamburg werden ebenfalls von der „Aida Bella“ übernommen.

Selbstverständlich können sich „Aida Vita“-Gäste laut des Unternehmens auch für eine andere Kreuzfahrt aus dem vielfältigen Aida-Programm bis Winter 2023/24 entscheiden.

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Die Vita ist neben der „Aida Cara“ und „Aida Mira“ bereits das dritte Schiff, das seit der Corona-Pandemie abgegeben wird.

Aida: Verkauf nur logisch

Die Nachricht vom Ende der Vita machte unter Kreuzfahrt-Urlaubern schnell die Runde. „Ich verstehe nicht, wie man die Schiffsklasse verkaufen kann. Die muss im Unternehmen eigentlich ein Bestandsschutz bekommen“, heißt es von einem enttäuschten Mann.

Und eine andere Aida-Urlauberin meint: „Mit der Vita hatte ich meine erste Reise. Ich mag mittlerweile zwar lieber die ganz großen Schiffe, aber Aida zeichnet sich eigentlich auch dadurch aus, dass für jeden was dabei ist: kleine, mittlere und große Schiffe.“

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Dass die „Aida Vita“ mit ihren gerade mal 633 Kabinen verkauft wird, ist zumindest unter Umweltgesichtspunkten nur logisch. Denn die selbstgesteckten Ziele (klimaneutral bis 2040) wird das Unternehmen mit solch alten Dampfern nur sehr schwer erreichen. Der Umwelt ist allerdings auch wenig geholfen, wenn die „Aida Vita“ nun einfach woanders auf Reisen geht – strenggenommen müsste sie eigentlich verschrottet oder grundlegend modernisiert werden.

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Für große Fans des Schiffes bleibt aktuell ein kleiner Trost: die Reederei hat noch die „Aida Aura“ in ihrer Flotte, die nahezu baugleich ist. Genau wie die „Vita“ wurde die „Aura“ allerdings 2002 indienstgestellt. Gut möglich also, dass sie bald der nächste Dampfer auf der Abschussliste sein wird. (rg)