Camping-Urlauber hat die Nase voll, dieses Erlebnis hat ihm alles versaut! „Immer mehr Egoisten“

Camping-Urlaub in Deutschland boomt
Camping-Urlaub in Deutschland boomt
Foto: imago images

Kaum eine Art des Reisens hat in den vergangenen Monaten so viel Zuwachs erhalten wie die Camping-Branche. Auch Neulinge stürzen sich ins Abenteuer und planen fleißig ihren ersten Urlaub auf vier Rädern.

Doch der Camping-Boom hat auch seine Schattenseiten. Vor allem erfahrene Wohnmobilisten und Dauercamper stören sich mitunter an dem Trubel auf den Plätzen. Ein jahrelanger Camper hat nun eine drastische Konsequenz gezogen.

Camping-Plätze am Limit: „Wie in Legebatterien“

Für Jürgen Müller-Belzer aus Bredstedt in Schleswig-Holstein ist jetzt Schluss. Nach unzähligen Reisen mit seinem Wohnmobil nach Frankreich, Dänemark, an die deutsche Ostsee oder nach Süddeutschland hat der 69-Jährige genug, wie die „Husumer Nachrichten“ berichten.

Für ihn und seine Frau gehören Camping-Reisen ab sofort der Vergangenheit an. Doch wieso geht Müller-Belzer diesen endgültigen Schritt?

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„Die Infrastruktur kollabiert“, zitiert „Husumer Nachrichten“ den erfahrenen Wohnmobilisten. Von einer romantischen Szene mit nachbarschaftlichen Verhältnissen sei nicht mehr viel übrig, so der Bredstedter. Stattdessen habe sich ein Strom an neu gekauften oder frisch gemieteten Wohnmobilen auf die Plätze ergossen.

An besonders beliebten Orten hätte man vor lauter Andrang kaum noch die Türen des Fahrzeugs öffnen können. „Wie in Legebatterien standen sie auf den überfüllten Stellplätzen.“

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Das Reisen sei jetzt nur noch mit vorheriger Reservierung möglich. Keine Chance mehr auf einen spontanen Zwischenstopp in schönen Gegenden. Für Müller-Belzer ein unhaltbarer Zustand. Sein Wohnmobil hat er deswegen verkauft.

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Camping-Urlaub angesagt wie nie – das steckt dahinter:

  • Der Begriff Camping umfasst eine sehr breite Spanne von Aktivitäten. Ihnen allen ist gemeinsam, nicht in Gebäuden zu übernachten, sondern in der Natur.
  • Die Urlauber schlafen in Zelten, Hängematten, Wohnwagen oder Wohnmobilen, in Dachzelten oder ausgebauten Vans. Wird in Zelten gecampt, so spricht man auch von Zelten.
  • Camping wurde Anfang des 20. Jahrhunderts populär und ist mittlerweile eine weitverbreitete Urlaubs- und Reiseform.
  • In den meisten Ländern Europas ist Camping außerhalb dafür vorgesehener Einrichtungen (wildes Campen) nicht erlaubt oder nur unter strengen Auflagen gestattet.
  • 2016 gab es in Deutschland 2919 Campingplätze mit einer Anzahl von etwa 220.000 Stellplätzen.
  • Im Jahr 2016 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 9 Millionen Gästeankünfte auf deutschen Campingplätzen mit insgesamt etwa 30,5 Millionen Übernachtungen gezählt.
  • Gäste aus dem Inland machten mit etwa 7,5 Millionen Ankünften (etwa 83 Prozent aller Ankünfte) und etwa 26 Millionen Übernachtungen (etwa 86 Prozent aller Übernachtungen) den größten Teil der Campingtouristen aus.
  • Die Niederländer waren 2016 die mit Abstand wichtigste Gästegruppe unter den ausländischen Campingtouristen: Etwa jeder zweite ausländische Gast auf deutschen Campingplätzen kam aus den Niederlanden.

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Camping: Plätze mit Klappstühlen reserviert

Ein Erlebnis hat das Fass zum Überlaufen gebracht: Der Camper berichtet von Menschen, die Plätze für später anreisende Freunde mit Klappmöbeln reservieren würden, wie am Strand die Badetücher auf den Liegen.

„Es mischen sich unter die freundlichen Ur-Camper immer mehr Egoisten, die ohne Gruß nur auf ihre eigenen Vorteile schauen“, findet der 69-Jährige.

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Müller-Belzer ist nicht der einzige, der sich von der neuen Camping-Welle überrollt fühlt. Was Alteingesessene auf die Palme bringt, kannst du >>> hier nachlesen. (mik)