Camping: Menschen entspannen in ihren Stühlen – krass, was direkt neben ihrem Platz abgeht

Die Camping-Idylle ließ man sich an der Ostsee trotz des Trubels nicht nehmen (Symbolfoto).
Die Camping-Idylle ließ man sich an der Ostsee trotz des Trubels nicht nehmen (Symbolfoto).
Foto: IMAGO / momentphoto/Killig

Wer zum Campen ans Meer fährt, wünscht sich gemeinhin einen ruhigen Urlaub oder entspannte Ferien auf dem Camping-Platz. Doch was ist, wenn in dem ausgewählten Urlaubsort plötzlich ein Treffen mit weltpolitischer Bedeutung stattfindet?

In der Gemeinde Wangels an der Ostsee tagen derzeit die Außenministerinnen und Außenminister der G7. Und dieses Treffen zerrt in vielerlei Hinsicht an den Nerven. Was direkt neben einem Camping-Platz, auf dem seelenruhig Urlauber entspannen, abgeht, ist krass.

Camping: G7-Treffen in fast unbewohnter Gemeinde

Seit Donnerstag haben sich Politiker der G7 für ein Gipfeltreffen in Wangels eingefunden, an dem auch Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) teilnimmt. Die Staatsmänner und -frauen residieren im Weißenhaus, einem Luxusresort im Ort und verhandeln über die Auswirkungen des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und die Lage im Indo-Pazifik. Darüber hinaus standen die Situation in Afghanistan, Afrika und die Lage im Nahen Osten sowie der gemeinsame Kampf gegen die Klimakrise und die Corona-Pandemie auf der langen Themenliste.

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Um die Sicherheit der Teilnehmer gewährleisten zu können, wurde der Tagungsort großräumig abgeriegelt. Straßen wurden gesperrt und Fahrradfahrer und Fußgänger kontrolliert. In der Ostsee wurde außerdem ein Sperrgebiet errichtet, das Schiffe der Küstenwache und der Polizei patrouillieren.

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Camping-Urlaub angesagt wie nie – das steckt dahinter:

  • Der Begriff Camping umfasst eine sehr breite Spanne von Aktivitäten. Ihnen allen ist gemeinsam, nicht in Gebäuden zu übernachten, sondern in der Natur.
  • Die Urlauber schlafen in Zelten, Hängematten, Wohnwagen oder Wohnmobilen, in Dachzelten oder ausgebauten Vans. Wird in Zelten gecampt, so spricht man auch von Zelten.
  • Camping wurde Anfang des 20. Jahrhunderts populär und ist mittlerweile eine weitverbreitete Urlaubs- und Reiseform.
  • In den meisten Ländern Europas ist Camping außerhalb dafür vorgesehener Einrichtungen (wildes Campen) nicht erlaubt oder nur unter strengen Auflagen gestattet.
  • Über zehn Millionen Deutsche betreiben ab und zu Camping oder Caraving, fast zwei Millionen sogar häufig.
  • Besonders beliebt bei den Deutschen für einem Campingurlaub ist das eigene Land, gefolgt von den wärmeren Mittelmeerländern Italien und Frankreich.
  • 2020 gab es in Deutschland 2.862 Campingplätze mit einer Anzahl von etwa 209.000 Stellplätzen.
  • Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden auf deutschen Campingplätzen etwa 34 Millionen Übernachtungen gezählt.
  • Davon waren etwa 2,2 Millionen Übernachtungen von ausländischen Gästen. Die Hälfte dieser Übernachtungen wurde dabei von Niederländern getätigt, gefolgt von Gästen aus der Schweiz und aus Belgien.
  • Etwa sieben Prozent der Ausländer wählen bei einem Besuch in Deutschland einen Campingplatz als Unterkunftsform.

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Auch die Camping-Fans vor Ort mussten die Umwege zum Camping-Platz in Kauf nehmen. Zumindest in den Liegestühlen auf dem Platz sollte man Ruhe und Erholung erwarten, doch was neben ihrem Platz passierte, war alles andere als ruhig. Tausende Polizisten sind in der Umgebung unterwegs.

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Camping: Aktivisten protestieren

Auch eine Aktivistengruppe der Umweltschutzorganisation Greenpeace war angereist, um mit einem Banner für eine schnelle Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern zu demonstrieren. „Die Einnahmen aus Öl, Kohle und Gas finanzieren den Krieg Russlands gegen die Ukraine“, sagte Lisa Göldner, Klimaexpertin der Umweltorganisation.

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Die Aufschrift auf dem ungefähr zwölf mal zwölf Meter großen Banner lautet übersetzt „G7: Raus aus den Fossilen, hin zum Frieden“. 17 Aktivistinnen formierten zudem in lavendelfarbenen Maleranzügen ein Peace-Zeichen im Sand.

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10 Tipps für Urlaub an der Ostsee:

  • Rügen
  • Bornholm
  • Usedom
  • Hiddensee
  • Fischland-Darß-Zingst
  • Poel
  • Heiligendamm
  • Timmendorfer Strand
  • Fehmarn
  • Hohwachter Bucht

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Laut NDR wollen viele Camper allerdings in Ruhe ihren Urlaub genießen und nichts von der Tagung und erst recht nichts von den Demonstrationen wissen. „Die kommen, und es ist auch okay, dass sie kommen. Aber damit hat sich das“, sagt eine Urlauberin. Ein anderer ergänzt: „Hauptsache, ich habe hier meine Ruhe auf dem Campingplatz".

Ein Dauercamper bringt die Stimmung auf dem Platz letztendlich auf den Punkt: „G7, das interessiert mich nicht.“

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Bis Samstag werden die Politiker in Wangels an der Ostsee noch über wichtige Themen der Weltpolitik beraten, dann ist es mit dem Aufruhr im Ort vorbei. (dpa/kl)