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Schleswig-Holstein: Emotionale Botschaft nach Nazi-Anschlag – „Dass ich nicht mehr atmen konnte“

Schleswig-Holstein AfD Polizei Henstedt-Ulzburg Demonstration
Klare Forderung – den selben Appell richtet eine schwarze Frau aus Schleswig-Holstein an die Öffentlichkeit.

Es war ein absolutes Horror-Szenario, das sich vor knapp zwei Monaten am Rande einer AfD-Veranstaltung in Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein) ereignet hatte.

Ein 19-Jähriger soll mit seinem Auto bei der Veranstaltung in Schleswig-Holstein gezielt mehrere Antifaschisten angefahren sein. Eine schwarze Frau, die bei dem Anschlag schwerste Verletzungen erlitten hatte, spricht von „Todesangst“.

Schleswig-Holstein: Grauenhafter Anschlag

Bevor der Autofahrer auf sie zugerast sei, habe er bereits zwei weitere Personen angefahren. Während ihr Freund sich mit einem Sprung zwischen zwei anderen Wagen rettete, ergriff die Frau die Flucht.

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„Dass Menschen mein Leben als wertlos ansehen und der Meinung sind, ich würde es nicht verdienen zu leben, war mir nie klarer, als in dem Moment, wo ich in Todesangst vor diesem riesigen Auto wegrannte“, berichtet sie.

Als sie in ein Gebüsch springen wollte, soll das Auto die Frau erfasst haben. Augenzeugen hätten ihr erzählt, dass der Täter einen Schlenker machte, um sie zu erwischen. Dabei brach sogar sein Seitenspiegel ab.

Schleswig-Holstein: „Dass ich nicht mehr atmen konnte“

„Ich werde nie das Geräusch vergessen, wie mein Schädel auf dem Kühlergrill aufschlug“, berichtet das Opfer.

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Und weiter: „Das Gefühl als der Pickup mich mit so einer Wucht traf, dass ich nicht mehr atmen konnte, und dann diese Dunkelheit, die nur Sekunden anhielt, sich aber anfühlte wie Stunden.“

Ihre bewegenden Worte hat sie auf der Webseite der Organisation „Aufstehen gegen Rassismus“ veröffentlicht. Die erste Polizistin, die zu nach dem Aufprall zu ihr kam, „sagte mir noch, welch ein Glück ich gehabt hätte, dass ich nicht tot sei“.

Schleswig-Holstein: Opfer erleidet schwere Verletzungen

Im Krankenhaus wurden gleich mehrere schwere Verletzungen festgestellt. Distorsion der Halswirbelsäule, Schädel -und Thoraxprellung, zwei gebrochene Rippen, eine Oberschenkelprellung und Schürfwunden.

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Das ist Schleswig-Holstein:

  • Schleswig-Holstein ist Deutschlands nördlichstes Bundesland
  • Die Landeshauptstadt Kiel ist mit rund 247.000 Einwohnern auch die größte Stadt in Schleswig-Holstein
  • Schleswig-Holstein zählt rund drei Millionen Einwohner
  • Fehmarn ist die einzige Ostsee-Insel Schleswig-Holsteins und die größte des Bundeslandes
  • Deutschlands einzige Hochseeinsel Helgoland gehört zu Schleswig-Holstein
  • Zu Schleswig-Holstein gehören die bei Touristen beliebten nordfriesischen Inseln Sylt, Amrum und Föhr
  • Mit knapp 100 Kilometern Länge durchquert der Nord-Ostsee-Kanal ganz Schleswig-Holstein

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Von den psychischen Wunden ganz zu schweigen. „Meine Seele schmerzt, von dem Hass und der Gewalt, die ich erfahren habe“, schreibt die Frau.

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Frau aus Schleswig-Holstein hat Angst

Bis heute leidet sie an Angst und fühlt sich nicht sicher. Denn die Polizei habe den Täter laufen gelassen und den Vorfall erst lediglich als „Verkehrsunfall“ deklariert.

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„Ich wusste, die Polizei schützt mich nicht“, bedauert sie. In ihren Augen schütze die Polizei die Faschisten, weshalb sie nicht auf den Staat vertrauen könne.

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Sie macht klar, dass sie sich in diesem Land, „in welchem ich geboren bin, weder geschützt und erst recht nicht mehr willkommen fühle.“

Wie das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ berichtet, werden aktuell noch Zeugen in dem Fall vernommen. Bisher gebe es keine ausreichend belastbaren Erkenntnisse für einen Tötungsvorsatz, also eine absichtlich durchgeführte Tat, so ein Oberstaatsanwalt. Erst im kommenden Jahr sei mit Ergebnissen zu rechnen. (lh)