Flensburg wird zum Mutations-Hotspot – Stadt greift zu harten Maßnahmen: „Es ist beunruhigend“

Ein Hinweisschild zur Maskenpflicht in der Fußgängerzone in der Flensburger Innenstadt.
Ein Hinweisschild zur Maskenpflicht in der Fußgängerzone in der Flensburger Innenstadt.
Foto: dpa

In der Stadt Flensburg hat sich die Situation mit der Virus-Variante B1.1.7 weiterhin nicht entspannt. Vor Wochen schon traten die ersten Fälle auf (MOIN.DE berichtete). Und die Ostsee-Stadt kommt nicht runter von sehr hohen Neuinfektions-Werten.

In Flensburg ist ein Großteil der Corona-Neuinfektionen auf die Virus-Variante zurückzuführen. Sie mache mittlerweile etwa ein Drittel aller seit Mitte Januar bestätigten Fälle aus, sagte ein Stadtsprecher am Mittwoch.

Flensburg: Ausbrüche überall in der Stadt

In der Stadt geht man davon aus, dass die Variante in Situationen übertragen werden, in denen das Original-Virus vorher nicht so schnell übertragen wurde. Die Virusvariante sei deutlich ansteckender und gefährlicher, sagte der Stadtsprecher.

+++ Lübeck: Hund wird in Tierheim abgegeben – was dann passiert, rührt zu Tränen +++

Einen einzigen Ausbruchsherd gebe es nicht, dass Virus sei in allen Stadtteilen und an verschiedensten Stellen. „Es ist beunruhigend.“

Flensburg rangiert mittlerweile mit 181,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf Platz sieben der Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland – während die Inzidenzwerte in vielen anderen Regionen in Schleswig-Holstein in letzter Zeit gesunken waren.

Vor zwei Monaten hatte die Sieben-Tage-Inzidenz in der Ostsee-Stadt noch bei 53 gelegen. Die Stadt könnte ein warnendes Beispiel sein für Deutschland, wo sich die Mutation immer weiter durchsetzt.

Flensburg: Rasante Ausbreitung

Die in Großbritannien entdeckte Variante B1.1.7 wurde am 15. Januar erstmals in der Fördestadt nachgewiesen und hat sich seitdem rasant ausgebreitet.

+++ MV: Fiese Corona-Betrüger wollen Frau reinlegen – doch sie hat einen ungeahnten Schutzengel +++

Bereits am 29. Januar schrieb die Stadt in ihrem Lagebericht von 39 bestätigten Nachweisen und 53 Verdachtsfällen. Am Mittwochvormittag (Stand 11.00 Uhr) betrug die Zahl der vordiagnostizierten Meldungen 283 Fälle.

--------------

Das ist Flensburg:

  • Die kreisfreie Stadt Flensburg ist nach Kiel und Lübeck die drittgrößte Stadt im Bundesland Schleswig-Holstein
  • Flensburg liegt am Ende der Flensburger Förde, dem westlichsten Punkt der Ostsee, und an der nördlichen Grenze der Halbinsel Angeln
  • Die Hafenstadt gliedert sich in 13 Stadtteile und 38 statistische Bezirke
  • In Flensburg leben rund 90.000 Einwohner (Stand: Dezember 2019)
  • Die Stadt liegt direkt an der dänischen Grenze und galt lange Zeit als Zentrum der dänischen Minderheit. Heute leben rund 2.300 Dänen in Flensburg (Stand: Dezember 2019)
  • Bundesweit bekannt ist die Stadt vor allem durch die vom Kraftfahrt-Bundesamt gespeicherten „Punkte in Flensburg“

--------------

Nur eine Person pro Haushalt darf in Flensburg einkaufen

Auch bundesweit ist die Virusvariante auf dem Vormarsch. Nach neuen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) stieg ihr Anteil an den untersuchten positiven Proben binnen zwei Wochen von knapp 6 Prozent auf mehr als 22 Prozent, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Mittwoch in Berlin sagte.

--------------

Mehr News von der Ostsee:

--------------

Aufgrund der Lage hat Flensburg die Corona-Regeln bereits vor einigen Tagen verschärft. So darf etwa nur noch eine Person pro Haushalt einkaufen gehen. Auch die Besuchsregeln in Alten- und Pflegeheimen wurden verschärft. Schulen und Kindergärten öffnen zunächst nicht.

+++ Schleswig-Holstein: HIER gab es einen Corona-Ausbruch – mehr als 400 Menschen in Quarantäne +++

Von Samstag an werden zudem eine Woche lang nächtliche Ausgangsbeschränkungen gelten. Sie betreffen die Zeit von 21 Uhr bis 5 Uhr, wie Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Mittwoch in Kiel ankündigte. Zudem sind in der Fördestadt vorerst private Treffen untersagt. Beide Regelungen gelten zunächst für eine Woche, mit der Option einer Verlängerung um weitere sieben Tage. (dpa/rg)