Usedom: Massenansturm am Wochenende – jetzt platzt den Einwohnern der Kragen

Polizeibeamte kontrollierten am Sonntag die Zufahrt zur Insel Usedom.
Polizeibeamte kontrollierten am Sonntag die Zufahrt zur Insel Usedom.
Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Es sind Aufnahmen, die für Kopfschütteln sorgten: Am Wochenende reisten zahlreiche Tagestouristen nach Usedom, um das schöne Wetter an der Ostsee genießen zu können. Mundschutz und Abstand – Fehlanzeige!

Deshalb griff die Polizei zu einer drastischen Maßnahme. Beamte kontrollierten Autos auf der Insel sowie in Wolgast und an der Zecheriner Brücke (>> hier mehr dazu). Die Einheimischen auf Usedom begrüßten die Kontrollen – und fordern jetzt harte Konsequenzen.

Usedom: Situation wie im Hochsommer

Denn der Kreis Vorpommern-Greifswald, in dem auch die Insel Usedom liegt, hat nach wie vor mit hohen Corona-Infektionszahlen zu kämpfen. Ausgehend von der Corona-Inzidenz gehört der Kreis zu den Top Ten der Hochrisikogebiete ein Deutschland.

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Und so befand zum Beispiel Nicole Skrotzki aus Zinnowitz laut „Ostsee Zeitung“, dass die Kontrollen längst überfällig gewesen seien. „Die Kinder wollen auch hier endlich wieder normal in die Schule gehen. Dazu müssen die Corona-Zahlen sinken. Aber das geht nur, wenn sich die Leute auch mal an die Vorschriften halten“, sagt sie.

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Das ist Usedom:

  • Insel in der Ostsee
  • Befindet sich im äußersten Nordosten von Deutschland
  • Die Insel hat zwei Grenzübergänge nach Polen
  • Usedom ist die zweitgrößte Insel Deutschlands

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Die Situation am Samstag habe sie an den Hochsommer erinnert. „Ich arbeite in einem Discounter. Es war der blanke Wahnsinn, was da für Touristen im Laden und vor allem auf den Parkplätzen waren“, schildert sie.

Usedom: Einwohner fordern hohe Strafen

Und auch Hans-Peter Apler aus Lubmin, der als Spaziergänger am Wolgaster Hafen unterwegs war, begrüßte die Polizeikontrollen. „Finde ich sehr gut, dass sie das machen. Wenn sich die Leute immer über Vorschriften hinwegsetzen, wird das sonst nichts mit niedrigen Corona-Zahlen“, sagte er.

Eine Frau habe laut „Ostsee Zeitung“ sogar zu den Polizeikräften gemeint, dass sie allen, die nicht in den Kreis gehören, gleich 500 Euro Strafe abknöpfen sollten, dann würden schon alle zu Hause bleiben.

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Ganz unrecht hat die Frau damit sicherlich nicht. Dennoch muss man den zurückgewiesenen Menschen wohl zu Gute halten, dass die meisten am Sonntag Verständnis zeigten. Viele von ihnen hätten angeblich nicht gewusst, dass es eine solche Allgemeinverfügung des Landkreises gibt. (mk)