Fehmarn: Dieser Mann brennt für seinen Job – doch was er tut, spaltet eine ganze Region

Bernd Homfeldt steht vor seinem Wohnmobil auf Fehmarn.
Bernd Homfeldt steht vor seinem Wohnmobil auf Fehmarn.
Foto: picture alliance/dpa | Frank Molter

Für den Beginn seines Ruhestandes im Jahr 2029 hat Bernd Homfeldt schon heute klare Pläne. „Sobald der Fehmarnbelttunnel eröffnet ist, werden meine Frau und ich mit dem Wohnmobil durch den Tunnel nach Dänemark fahren“, sagt er. Diese Tour werde für ihn nicht nur ein Urlaubsvergnügen, sondern auch die Krönung seines Berufslebens sein, sagt der heute 59-Jährige. Der Tunnel soll die deutsche Insel Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden.

Als Projektleiter der Deutschen Bahn hat Homfeldt die Schienenanbindung der festen Fehmarnbeltquerung seit 2008 geplant. „Das Projekt ist meine Lebensaufgabe und ich hoffe, dass es noch in meiner Amtszeit fertiggestellt wird.“ Was für Homfeldt eine Lebensaufgabe ist, nehmen andere als Bedrohung wahr. Auf der Insel Fehmarn fürchten Anwohner um ihre Heimat, die Natur und den für die Region so wichtigen Tourismus (MOIN.DE berichtete).

Fehmarn: Er spricht mit Landwirten, Bürgermeistern und Umweltschützern

Seit zwölf Jahren ist Bernd Homfeldt nun als Technischer Projektleiter zuständig für den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung der Bahnstrecke von Lübeck bis Puttgarden auf der Ostseeinsel Fehmarn.

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In dieser Eigenschaft ist er ständig unterwegs, spricht mit Landwirten, Bürgermeistern und Gemeinderäten in den vom Ausbau betroffenen Gemeinden im Kreis Ostholstein, mit Bürgerinitiativen und Umweltschützern.

„Die Gespräche sind nicht immer einfach, aber wir bemühen uns um einen sachlichen Interessenausgleich“, sagt Homfeldt. „So diskutieren wir mit den Bürgerinitiativen Projektinhalte und erklären auch unsere technischen Zwänge.“

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Die Bahn habe aus den Erfahrungen der Vergangenheit gelernt, wie wichtig es sei, frühzeitig mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen.

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Das ist Fehmarn:

  • Fehmarn ist nach Rügen und Usedom die drittgrößte Insel Deutschlands
  • Es ist die einzige Ostsee-Insel Schleswig-Holsteins
  • Die Fehmarnsundbrücke, die Fehmarn mit dem Festland verbindet, ist 963 Meter lang
  • Fehmarn zählt rund 12.600 Einwohner
  • Auf der Insel gibt es vier Naturschutzgebiete
  • Der 17,6 Kilometer lange Fehmarnbelttunnel soll Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden; die Eröffnung ist für 2029 geplant

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Bernd Homfeldt sagt: „Ich habe eine Schwäche für Infrastrukturprojekte, die sind unglaublich spannend.“ Er ist Ingenieur der Elektrotechnik und hat seine Karriere bei der Bahn 1977 als Auszubildender zum Elektriker begonnen.

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Er hat unter anderem die Elektrifizierung der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck-Travemünde und anderer Strecken in Schleswig-Holstein betreut.

Fehmarn: Respekt der Gesprächspartner

Das trägt ihm durchaus den Respekt seiner Gesprächspartner ein. „Er ist ein knallharter, sehr professioneller Counterpart“, sagt beispielsweise Malte Siegert vom Naturschutzbund Hamburg.

„Dabei ist er trotzdem ein verbindlicher, sachlicher und verständiger Gesprächspartner, der auch in hitzigen Situationen einen kühlen Kopf behält und freundlich bleibt.“

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Auch Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz lobt Homfeldt als einen Mann mit Charakter, der nicht versuche, es allen recht zu machen. „Er bleibt bei dem, was er für zielführend hält“, sagt Buchholz. „Er hat viel stoische Energie, die er als Projektleiter für ein in der Region nicht unumstrittenes Projekt auch braucht.“

Die insgesamt 88 Kilometer lange Bahnstrecke von Lübeck bis Puttgarden soll den geplanten Ostseetunnel zwischen der deutschen Ostseeinsel Fehmarn und der dänischen Insel Lolland an das deutsche und damit mitteleuropäische Eisenbahnnetz anbinden.

Fehmarn: Eröffnung ist für das Jahr 2029 geplant

Die Eröffnung des Tunnels und der Hinterlandanbindung sind für das Jahr 2029 geplant.

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Diese europäische Dimension der Strecke ist es, die Homfeldt neben den technischen Herausforderungen an dem Projekt besonders reizt. „Wir verbinden Ostholstein mit Lolland, Deutschland mit Dänemark und letztendlich Stockholm mit Palermo und wir sind mitten drin in Europa,“ sagt er. (dpa)