„Hartz und herzlich“ in Rostock: Kowalski erinnert sich an ärgerliches Erlebnis – er verpasste eine große Gelegenheit

„Hartz und herzlich" aus Rostock: In seinen Sammelalben stecken für den Seefahrer viele Erinnerungen.
„Hartz und herzlich" aus Rostock: In seinen Sammelalben stecken für den Seefahrer viele Erinnerungen.
Foto: RTLZWEI

Im Alter von 63 Jahren verstarb Seefahrer Andreas Kowalski aus Rostock, der durch das TV-Format „Hartz und herzlich“ vielen Menschen in ganz Deutschland bekannt war. Bis zuletzt hat ihn das Fernsehteam in seinem Alltag begleitet.

Dieser war deutlich aufregender, als der Rentner noch auf dem Schiff gearbeitet hat. Immer wieder schwelgt der Mann aus Rostock bei „Hartz und herzlich“ in Erinnerungen. Ein Erlebnis aus seiner Jugend hing ihm bis zum Schluss nach.

„Hartz und herzlich“ aus Rostock: Briefmarken zeigen Erinnerungen

Auf seinen Reisen hat der Rostocker nicht nur viele Erinnerungen gesammelt, sondern auch Briefmarken. Dass es sich dabei um eine große Leidenschaft handelt, zeigt sich an der Vielzahl von Sammelalben, die der Mann besitzt.

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Eins nach dem anderen holt er sie aus einer Tasche, die an seinem Rollstuhl hängt, hervor. Er zündet sich eine Zigarette an, blättert durch die vollgeklebten Seiten und zeigt seine bunten Sammelstücke. „Die meisten habe ich von meinem Vater und einer Arbeitskollegin meiner Mutter“, erzählt er.

Auf einigen Briefmarken sind besondere Jubiläen – wie der 25. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus – oder Events abgedruckt. Eines davon zeigt die Weltfestspiele der Jugend, die 1949 und 1973 in der DDR stattgefunden haben.

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Das ist Rostock:

  • größte Stadt unter den 84 Städten in Mecklenburg-Vorpommern
  • rund 210.000 Einwohner (Stand 2020)
  • Hafenstadt reizt durch ihre attraktive Lage an der Ostsee
  • Bekannt ist sie außerdem als Universitätsstadt mit der im Jahr 1419 gegründeten Uni
  • nicht nur ein beliebter Urlaubsort, sondern auch Wirtschafts- und Verkehrsknotenpunkt im Norden Deutschlands

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Es handelte sich um das größte Jugendfestival seiner Zeit. Bei der Veranstaltung treffen Jugend- und Studierendenverbände aus der ganzen Welt aufeinander. Das Event wurde 1947 vom Weltbund der Demokratischen Jugend ins Leben gerufen und ist überwiegend links und kommunistisch ausgerichtet.

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„Ich wollte hinfahren, sie haben mich aber nicht mitgenommen“, erinnert sich Kowalski verärgert. Mit lauter Stimme fährt er fort: „Da haben sie mich ausgeschlossen.“ Für ihn wäre es eine große Chance gewesen, Menschen aus aller Welt zu treffen.

„Hartz und Herzlich“ aus Rostock: Seefahrer hat die Welt bereist

Eine Gelegenheit, die sich den DDR-Bürgern sonst nie bot. Ob man da Sport gemacht hätte, fragt das Fernsehteam den Rentner. „Ne, die haben gefeiert“, stellt er klar und wiederholt: „Und die haben mich nicht mitgenommen.“

Schade für ihn, aber nichtsdestotrotz hat der Seefahrer aus seinen Jahren auf dem Schiff viel von der Welt gesehen. Beim Blick auf eine Briefmarke aus Ungarn fällt ihm sogleich eine Anekdote ein. „Da hab ich versucht zu surfen. Da bin ich runtergefallen in die See“, lacht er.

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Ob seine Sammlung einen Wert hat, kann der Rentner, der inzwischen in einem Pflegeheim lebt, nicht sagen. Einst wollte er die Alben verkaufen, weil er kein Geld hatte. Doch es hätte damals keinen Interessenten gegeben.

Also blieben die Marken – und all die Momente, an die sie den Mann aus Rostock erinnern – in seinem Besitz.

Die ganze Folge von „Hartz und herzlich“ aus Rostock kannst du dir hier bei RTL+ ansehen. (lh)