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Karl-May-Spiele Bad Segeberg: „Heute Show“ mit Attacke in Winnetou-Debatte – ob die Fans das witzig finden?

Es sind wohl schwierige Zeiten für alle Fans der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg: Die Saison ist vorbei und Hauptdarsteller Sascha Hödl verkündete, im nächsten Jahr nicht mehr dabei zu sein (MOIN.DE berichtete).

Jetzt schießt die ZDF-„Heute Show“ in der Debatte um die Karl-May-Spiele scharf, in die sich auch schon aus Bad Segeberg mit deutlichen Worten eingeschaltet wurde.

Karl-May-Spiele Bad Segeberg: „Heute Show“ veröffentlicht Satire-Video

Im August erst nahm der Verlag Ravensburger das Kinderbuch „Der junge Häuptling Winnetou“ vom Markt (MOIN.DE berichtete). Der Vorwurf an den Verlag: Das Buch sei nicht zeitgerecht, rassistisch, kolonialisiert und Stereotypen bildend.

Eine große Debatte entstand in Deutschland. Die Macher der Karl-May-Spiele konterten die Vorwürfe: „Wir zeigen keine indianische Kultur und behaupten das auch gar nicht.“

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Die „Heute Show“ hat nun ein Satirevideo über die „ersten komplett politisch-korrekten Karl-May-Festspiele“ veröffentlicht. Zeitgemäß wäre Winnetou demnach ein „modernes Epos über interkulturelle Freundschaft“.

Drehort des Trailers ist nicht der Kalkberg in Bad Segeberg, sondern die Freilichtbühne in Bad Salzdetfurth im Kreis Hildesheim in Niedersachsen. Und Winnetou ist gebürtiger Niedersachse.


Das sind die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg:

  • Sie werden im Kalkbergstadion von Bad Segeberg ausgetragen
  • Das Kalkbergstadion war ursprünglich als NS-Versammlungsstätte geplant
  • Es handelt sich um ein Freilichttheaterstück nach Vorlage von Karl May
  • Das Budget der ersten Aufführung Anfang der 50er Jahre betrug 25.000 DM
  • Heute haben die Spiele ein Budget von mehreren Millionen Euro zur Verfügung
  • In der Saison 2019 übernahm Alexander Klaws die Rolle des Winnetou
  • Die Spiele überschritten 2019 erstmals die 400.000-Besucher-Marke

Auf E-Lastenrädern reiten Winnetou und Old Shatterhand im Clip der „Heute Show“ durch die niedersächsischen Wälder, „weil Pferde eine so wahnsinnig schlechte Methan-Bilanz haben“. Überspitzt korrekt werden Themen wie Umwelt, Rassismus und Gewalt im Video satirisch verpackt.

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Die gelbe Tonne als größte Errungenschaft

„Anders als in den alten Filmen, lernen hier die Kulturen endlich voneinander“, heißt es im Video. Old Shatterhand erklärt den wissbegierigen Ureinwohnern die größte Errungenschaft seiner deutschen Heimat: die gelbe Tonne.“

In der Inszenierung der „Heute Show“ schießt Santer nicht auf Winnetou. Aus einem ganz einfachen Grund: er hat ihm ja gar nichts getan. „Wir hatten eine ganz schwere Kindheit und das hat uns leider zu gewalttätigen Rassisten gemacht, aber wir haben gemerkt: das war falsch“, erklärt Santer überspitzt. Nach einem kurzen „du du du“ wird ein Jogi-Tee zur Versöhnung getrunken und damit das Happy End eingeleitet.

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„Der Ölprinz eröffnet einen Windpark und heißt deshalb der Erneuerbare Energien Prinz“ soll die politisch korrekte Version der nächsten Karl-May-Spiele laut der „Heute Show“ heißen.

Im Netz hat das Video bereits viele Reaktionen ausgelöst. Es gibt Menschen, die den Clip absolut „blöd“ finden. Lach-Emojis sind wohl jedoch die häufigste Art der Reaktion. Winnetou-Fans scheinen demnach drüber lachen zu können. Andere sehen die Lage jedoch ernster: „Wenn es nicht so traurig wäre, wäre es lustig“, schreibt ein Mann. Seine Meinung teilen viele.