Manuela Schwesig im Umfrage-Sinkflug – doch dieses Ergebnis überrascht

Das scheppert: Manuela Schwesig sieht sich einem heftigen Umfrage-Absturz gegenüber. (Archivbild)
Das scheppert: Manuela Schwesig sieht sich einem heftigen Umfrage-Absturz gegenüber. (Archivbild)
Foto: IMAGO/Political-Moments

Bittere Zeiten für Manuela Schwesig (SPD) – noch immer gibt es reichlich Wirbel um Nordstream 2 und die umstrittene Klimastiftung (wir berichteten).

Manuela Schwesig büßt derzeit heftig an Popularität ein, und auch ihre Partei stürzt in Umfragen ab. Die Zahlen sprechen dabei für sich.

Manuela Schwesig verliert an Rückhalt

Der „NDR“ gab eine groß angelegte Umfrage über das Institut infratest dimap in Auftrag. Nur noch knapp die Hälfte der Befragten zeigt sich zufrieden mit der Regierungschefin von Mecklenburg-Vorpommern (MV). 46 Prozent gaben an, wenig oder gar nicht zufrieden mit der Arbeit von Schwesig zu sein.

Noch im November 2020 sah das ganz anders aus. Der Zufriedenheitswert lag zu dieser Zeit noch bei etwa zwei Dritteln, zur Landtagswahl ein Jahr später konnte Schwesig noch 67 Prozent verbuchen.

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Das ist Manuela Schwesig:

  • Manuela Schwesig wurde am 23. Mai 1974 in Frankfurt (Oder) geboren. Aufgewachsen ist sie in Seelow in der DDR.
  • Sie lebt mit ihrem Mann und den beiden Kindern in Schwerin.
  • Sie gehört seit 2003 dem Vorstand des SPD-Kreisverbands Schwerin an und seit 2005 dem Vorstand der SPD Mecklenburg-Vorpommern.
  • Von 2008 bis 2013 war sie Landesministerin in Mecklenburg-Vorpommern und von 2013 bis 2017 Bundesfamilienministerin unter Angela Merkel.
  • Seit dem 4. Juli 2017 ist Schwesig Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Vorsitzende der SPD Mecklenburg-Vorpommern.
  • In beiden Ämtern ist sie die Nachfolgerin von Erwin Sellering, der sein Amt wegen einer Krebserkrankung aufgab.
  • Manuela Schwesig erkrankte 2019 selbst an Krebs. Ihre Erkrankung gilt als überwunden.

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Nun ein deutlicher Abfall der Wählergunst in MV. Die Umfrage nahm auch die Gründe für den Popularitätsverlust in den Fokus. Vor allem wegen ihrer Russlandfreundlichen Politik, in Verbindung mit der Gas-Pipeline Nordstream 2 und der gegründeten Klimastiftung geriet Manuela Schwesig ins Kreuzfeuer von Kritikern.

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Überraschend: Infratest dimap offenbart, dass sich die Mehrheit der Befragten gar nicht am Bau von Nordstream 2 stört – 35 Prozent geben an, das Projekt zu befürworten, weiter 36 Prozent sehen es mittlerweile kritisch, waren jedoch vorher dafür.

Viel düsterer sieht es in Sachen Klimastiftung aus. Lediglich ein Viertel der knapp 1.200 Umfrage-Teilnehmer steht der Stiftung positiv gegenüber, satte 35 Prozent halten sie für „von Beginn an falsch“.

Wir erinnern uns: Die Klimastiftung Schwesigs wurde im letzten Jahr ins Leben gerufen und gilt seitdem vor allem als Stütze für die Erdgas-Pipeline Nordstream 2.

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Dunkle Wolken über Schwesigs Haupt – doch wie sieht es in Hinblick auf Rücktrittsforderungen aus? Hier kann die amtierende Ministerpräsidentin aufatmen. Lediglich 21 Prozent sehen in der herrschenden Kritik einen Grund dafür, dass Schewsig ihren Posten räumen sollte. Deutliche 72 Prozent halten hier zu der SPDlerin.

Nicht zuletzt muss die SPD ein drastisches Minus hinnehmen: Rund die Hälfte der Befragten sieht die Arbeit der rot-rot-grünen Koalition in MV kritisch, bei einer Landtagswahl würden AfD und CDU dafür zulegen, wie der „NDR“ verlauten lässt. (wip)