Manuela Schwesig: Kurz vor TV-Duell mit Michael Sack gibt es Lärm hinter den Kulissen

Manuela Schwesig trat am Dienstag im NDR gegen Herausforderer Michael Sack an.
Manuela Schwesig trat am Dienstag im NDR gegen Herausforderer Michael Sack an.
Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Endspurt für Manuela Schwesig! Noch immer steht die Ministerpräsidentin unangefochten an der Spitze. Mit 39 Prozent lässt sie alle anderen Parteien weit hinter sich. In zwei Wochen wird sich zeigen, wie die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern (MV) ausgeht.

In einem TV-Duell hat Manuela Schwesig sich am Dienstag ihrem CDU-Herausforderer Michael Sack gestellt. Noch bevor die Politiker aufeinander trafen, gab ordentlich Lärm am Set.

Manuela Schwesig: „Wir stehen nicht auf Personenkult“

Etwa 30 Mitglieder der Jungen Union haben dem Spitzenkandidaten der CDU zur Landtagswahl, Michael Sack, vor dem TV-Duell mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) den Rücken gestärkt.

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Sie empfingen den CDU-Landeschef am Dienstagabend vor dem NDR-Funkhaus in Schwerin mit aufmunternden Sprechchören und Plakaten. Schwesig, die ebenfalls gut eine Stunde vor Beginn des Duells am Funkhaus eintraf, wurde eine solche Unterstützung durch ihren Jugendverband Jusos nicht zuteil.

„Wir stehen nicht auf Personenkult“, lautet nach Angaben eines Parteisprechers die Reaktion der SPD-Spitzenkandidatin. Die SPD setzt in ihrem Wahlkampf allerdings sehr stark auf die Popularität der Regierungschefin und wirbt großflächig mit ihrem Porträt.

Manuela Schwesig: „Das unterscheidet uns“

In ihrem Duell dann stellten Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und ihr CDU-Herausforderer Michael Sack die politischen Ansätze ihrer Parteien heraus, ließen dabei aber die Tür für eine Neuauflage der rot-schwarzen Koalition offen.

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Das ist Manuela Schwesig:

  • Manuela Schwesig wurde am 23. Mai 1974 in Frankfurt (Oder) geboren
  • Aufgewachsen ist sie in Seelow in der DDR auf
  • Sie gehört seit 2003 dem Vorstand des SPD-Kreisverbands Schwerin an und seit 2005 dem Vorstand der SPD Mecklenburg-Vorpommern
  • von 2008 bis 2013 war sie Landesministerin in Mecklenburg-Vorpommern und von 2013 bis 2017 Bundesfamilienministerin unter Angela Merkel
  • seit dem 4. Juli 2017 ist Schwesig Ministerpräsidentin des Landes Mecklenburg-Vorpommern und Vorsitzende der SPD Mecklenburg-Vorpommern
  • In beiden Ämtern ist sie die Nachfolgerin von Erwin Sellering

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Schwesig wollte sich erneut nicht auf einen bevorzugten Koalitionspartner festlegen. Ihr Ziel bleibe, nach einem Wahlsieg eine verlässliche und stabile Regierung zu bilden. Sack warnte vor „linken Experimenten“. Weder Rot-Rot noch Rot-Rot-Grün bringe das Land voran, sagte er.

Sack bemängelte insbesondere die Arbeit der SPD-geführten Ministerien für Bildung und Infrastruktur, blieb mit seiner Kritik aber erneut eher verhalten. Zudem warf er Schwesig vor, mit der für Eltern kostenfreien Kita Kreisen und Städten Zusatzlasten aufzubürden. Deshalb habe sein Landkreis Klage eingereicht. „Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen“, sagte er.

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Landtagswahl MV:

  • Am 26. September 2021, am Tag der Bundestagswahl, ist in MV auch Landtagswahl.
  • Die letzte Landtagswahl in MV war am 4. September 2016.
  • Stärkste Partei wurde 2016 die SPD (30,6 Prozent). Sie koalierte mit der CDU (19 Prozent).
  • Die AfD zog 2016 mit 20,8 Prozent als zweitstärkste Kraft ins Parlament ein, alle anderen bereits vertretenen Parteien verloren deutlich an Stimmen.
  • Im Landtag in Schwerin sitzen aktuell SPD, CDU, AfD und Linke.
  • Seit 4. Juli 2017 ist Manuela Schwesig (SPD) Ministerpräsidentin von MV.

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Schwesig hielt dem entgegen, dass Sack als CDU-Landeschef das Thema bei den Etatberatungen der Regierung hätte ansprechen können, seine Teilnahme aber abgesagt habe. Für November seien Gespräche zur Kostenaufteilung anberaumt. „Das unterscheidet uns. Sie setzen sich nicht mit den Akteuren zusammen, sondern klagen gegen das Gesetz“, sagte Schwesig.

Manuela Schwesig will Mindestlohn auf 12 Euro pro Stunde erhöhen

Streitthema war auch der Mindestlohn. Während Schwesig für eine Erhöhung auf 12 Euro je Stunde plädierte, um damit auch das Lohnniveau insgesamt zu erhöhen, wandte sich Sack entschieden dagegen.

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Am frühen Abend waren in einer ersten Runde die Spitzenkandidaten von AfD, Linke, FDP und Grünen aufeinandergetroffen. Dabei wurden Differenzen insbesondere bei Klimaschutz und Energiewende sowie bei den Werftenbeihilfen deutlich. Linke und FDP bekundeten in der Debatte ihre Bereitschaft, künftig Regierungsverantwortung zu übernehmen. (kbm/dpa)