Meer: Unter Wasser kracht es gewaltig – das hat fatale Folgen

Können Meerestiere beeinträchtigen: Windparks und Schiffe. (Symbolbild)
Können Meerestiere beeinträchtigen: Windparks und Schiffe. (Symbolbild)
Foto: picture alliance / Hinrich Bäsemann

Traurige Nachrichten aus dem Meer und speziell von der Nord- und Ostsee: Der Bestand der dort heimischen Schweinswale nimmt seit Jahren ab (MOIN.DE berichtet).

Gründe für die abnehmenden Populationen könne man nicht klar ausmachen, aber definitiv mitverantwortlich seien der Schiffsverkehr, die Fischerei und Offshore-Windparks, so heißt es in einer Mitteilung des Museums für Naturkunde Berlin und des Deutschen Meeresmuseums in Stralsund. Diese menschliche Nutzungsmöglichkeiten im Meer haben auch Auswirkungen auf den Unterwasserlärm. Und dieser hat für die Tierwelt fatale Konsequenzen.

Meer: Dieses Problem stört viele Meeresbewohner

Aktuell möchten die Museen auf das Thema aufmerksam machen. In der Pressemitteilung kündigt die Kooperation deshalb die „Woche gegen Lärm im Meer“ an, die vom 25. bis 30. April statt finden soll.

Dabei sollen einerseits sämtliche Eingriffe der Menschheit auf das Meer näher beleuchtet werden, aber gleichzeitig auch auf die Auswirkungen dieses Unterwasserlärms auf marine Tiere erklärt werden.

Laut dem „Naturschutz Bund Deutschland (Nabu)“ können Lärmquellen wie Schiffsverkehr und Offshore-Windanlagen beispielsweise für den Schweinswal lebenswichtige Einschränkungen bedeuten.

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Der Schweinswal kommuniziert nämlich über das Biosonar. Dies nutzt er zusätzlich zum Fangen von Beute, zur Orientierung und zur Identifikation von Gefahren und Hinternissen.

Der Unterwasserlärm könne zu einer Hörempfindlichkeit bei Walen führen. So erklärt der Nabu wie bei einem Schiff oder einem schnellen Boot Geräusche unter Wasser erzeugt werden, die so laut sind „als stünde man ohne Hörschutz direkt neben einem feuernden Maschinengewehr.“

Das kann damit erklärt werden, dass ab einer gewissen Geschwindigkeit Gasblasen im Bereich der Schiffschraube entstehen, „die immer wieder implodieren und unter Wasser Laute verursachen“.

Eine derartige Geräuschstörung sorgt bei den Schweinswalen für einen zusätzlichen Energieverbrauch bei der Nahrungsaufnahme bis hin zu einer Beeinträchtigung. Kurzfristiger und ohrenbetäubender Lärm wie bei diversen Sprengungen können bei Schweinswalen auch zur Taubheit führen.

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Naturgemäß meiden die Schweinswale Gebiete mit hohen Störfaktoren, was wiederum bedeutet, dass sie aus ihren natürlichen Lebensraum vertrieben werden, wobei es laut Nabu in der Ostsee „auf jeden Schweinswal“ ankommt.

Das Projekt der beiden Museen soll gerade diese Problematik in die Aufmerksamkeit bringen: „Entscheidend ist, dass wir gemeinsam Lösungen finden, um den Unterwasserlärm zu reduzieren“, betont Projektmitarbeiterin Cora Albrecht vom Museum für Naturkunde Berlin in der Pressemitteilung.

Meer: Jede Menge Altmunition am Grund

MOIN.DE hat mit einem Taucher gesprochen, der gefährliche Altmunition vom Meeresgrund holt. Jahrzehnte nach dem Krieg wird davon ausgegangen, dass auf dem Grund von Ost- und Nordsee immer noch rund 1,6 Millionen Tonnen Altmunition liegen.

Eine Sache hat der Taucher im Gespräch mit MOIN.dE mehrfach betont: „Wir sprengen nicht aus Jux und Tollerei. Wir sprengen nicht gern.“ Eine Sprengung sei immer in Eingriff ins Ökosystem und diese würde man, so gut es geht, vermeiden.

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Und er betont, wie wichtig es ist, die alte Munition endlich aus dem Meer zu holen. Mehr dazu erfährst du >>> hier. (pag)