Nordsee: Ihnen ging es sehr schlecht – jetzt gibt es diese Nachricht! „Besonders anfällig“

Die Nordsee-Insel Helgoland hat einen Rekord aufgestellt.
Die Nordsee-Insel Helgoland hat einen Rekord aufgestellt.
Foto: picture alliance / dpa

Auf der Nordsee-Insel Helgoland ist in diesem Winter wiederholt ein Rekord geknackt worden! Er zeugt von einer erfreulichen Entwicklung.

Die Kegelrobbengeburten auf der Nordsee-Insel haben erneut einen Höchststand erreicht. Doch bis es soweit gekommen ist, hat es lange gedauert.

Nordsee: Tiere fast ausgerottet

Denn das Meerestier ist vor hundert Jahren fast komplett ausgerottet gewesen. Die Kegelrobbe – Deutschlands größtes Raubtier – verspeist bis zu sechs Kilo Fisch und andere Meerestiere.

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Deshalb galten sie als Konkurrenz zur Fischerei und durften ohne Weiteres getötet werden. Erst seit dem Jagdverbot in den 1970er-Jahren erholt sich der Bestand. Vor 14 Jahren kamen auch auf Helgoland erstmals wieder Junge zur Welt.

Seitdem steigt die Geburtenzahl jährlich an. In der aktuellen Wurfsaison sind bis zum 6. Januar 652 Jungtiere gezählt worden, wie der Verein Jordsand mitteilt, der den Kegelrobbenbestand gemeinsam mit der Gemeinde betreut.

Bis zu 38 Geburten am Tag an der Nordsee

Das sind 119 Geburten mehr als im Jahr zuvor. Das erste Baby der Saison kam am zweiten November zur Welt.

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Seehund oder Robbe?

  • Bei beiden Tieren handelt es sich um Robben-Arten
  • Seehunde sind die häufigste Robben-Art auf Sylt, ihr Bestand im gesamten Wattenmeer beläuft sich auf circa 40.000 Tiere
  • Die Kegelobbe ist das größte Raubtier Deutschlands, ihr Name kommt von ihren kegelförmigen Zähnen, der Bestand liegt bei circa 8.000 Tieren
  • Seehunde werden bis zu 1,80 Meter groß, Kegelrobben bis zu 2,60 Meter
  • Kegelrobben bringen ihre Jungen im Dezember und Januar zur Welt. Bei der Geburt haben sie schneeweißes Fell, das sogenannte Embryonalfell, das nach circa vier Wochen verschwindet
  • Seehunde bringen ihre Jungen im Juni und Juli zur Welt. Sie wechseln ihr Fell noch im Mutterleib

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Seitdem kamen nach Angaben des Vereins Jordsand nach und nach immer mehr trächtige Kegelrobbenkühe an die Strände der Düne. Bis zu 38 Jungtiergeburten am Tag wurden dabei registriert.

Tiere an der Nordsee vor Menschen schützen

Außerdem gab es in diesem Jahr eine Besonderheit: Die erste Kegelrobbengeburt auf der Hauptinsel!

Die meisten Kühe haben ihre Jungen nun bekommen und sind damit beschäftigt, die Kleinen zu säugen und zu schützen, wie der Verein Jordsand weiter mitteilte. „Viele Jungtiere sind bereits abgestillt und im Fellwechsel.“

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„In den ersten Lebenswochen sind die Kegelrobbenjungen besonders anfällig“, erklärte Rebecca Ballstaedt, Stationsleiterin des Vereins Jordsand im November dem „Hamburger Abendblatt“.

Strände an der Nordsee vorübergehend geschlossen

Deshalb sei es umso wichtiger, die Tiere vor den Menschen zu schützen. Da den Jungtieren eine ausreichende Speckschicht fehlt und das Fell noch nicht wasserdicht ist, überleben sie eine Flucht ins Wasser kaum.

Um die Tiere vor Störungen und Menschen vor Verletzungen durch wachsame Muttertiere oder Bullen zu schützen, wurden die Strände temporär geschlossen.

Damit Besucher trotzdem spazieren gehen und das Naturschauspiel beobachten können, sei der erweiterte Panoramaweg am Nordstrand der Düne geöffnet worden, teilte der Verein Jordsand mit.

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Zusätzlich gab es neue Beobachtungsmöglichkeiten am Südstrand sowie Fotobuchten, die aufgrund der Coronasituation allerdings im Gegensatz zu sonst die meiste Zeit ziemlich exklusiv für die Helgoländer waren.

Wer trotzdem direkt auf eine Kegelrobbe trifft, sollte mindestens 30 Meter Abstand zu dem Tier halten. (dpa/lh)