Nordsee: Experte klärt diesen großen Irrtum auf! „Stimmt nicht“

Was tun, wenn man ein Seehundbaby am Nordsee-Strand entdeckt? Ein Experte gibt Tipps.
Was tun, wenn man ein Seehundbaby am Nordsee-Strand entdeckt? Ein Experte gibt Tipps.
Foto: IMAGO / Becker&Bredel / blickwinkel

Anfang März 2021 sorgte ein kleiner Seehund in der niedersächsischen Stadt Bremervörde an der Nordsee für eine Sensation. Er fühlt sich dort seit langer Zeit sehr wohl (>> MOIN.DE berichtete).

Doch ist es für die kleinen Tiere nicht gefährlich, wenn sie an Land sind und nicht im Wasser? Vor allem in den Sommermonaten kommen immer wieder Seehund-Babys aus dem Wasser an die Strände der Ost- und Nordsee.

Nordsee: Abstand zu Seehunden

Wenn auch du beim Spazieren ein Jungtier sichtest, solltest du um die Seehunde allerdings einen möglichst großen Bogen machen, erklärt Experte Tim Fetting von der Seehundstation Norddeich.

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„Wenn jemand Seehunde in freier Wildbahn sieht, sollte er auf jeden Fall Abstand halten und sich nicht nähern. Vielen Menschen fehlt der Respekt. Jedem sollte klar sein, dass er sich im Wohn- und Schlafzimmer der Tiere bewegt. Deswegen sollten sich die Menschen am Anblick erfreuen, kein Foto mit dem Smartphone machen und den Fundort anschließend wieder verlassen“, erklärt Fetting gegenüber der „Nordwest-Zeitung“.

Manche Menschen sind da möglicherweise in Sorge, dass die Tiere an Land austrocknen. Doch der Experte klärt auf: „Seehunde liegen durchaus mal zwei bis drei Tage auf einer Insel. Der Glaube, dass sie an Land austrocknen, stimmt nicht“, sagt Fetting.

Nordsee: „Der Bestand ist insgesamt gesund

Wer jedoch in Sorge ist, kann sich bei der Seehundstation melden. „Wir geben dann dem Jäger vor Ort Bescheid. Dieser kann dann beurteilen, ob das Tier gesund ist oder in die Seehundstation gebracht werden sollte. Die Jäger sind extra geschult, ehrenamtlich tätig und heißen Wattenjagdaufseher.“

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Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

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Die aktuelle Seehundpopulation in der Nordsee ist recht stabil. „Der Bestand ist insgesamt auch gesund“, verrät der Experte.

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Nordsee: Corona-Situation wirkt sich positiv auf

Auch die aktuelle Corona-Situation wirkt sich positiv auf die Tiere aus.

„Im vergangenen Frühjahr und Sommer, zur Geburten- und Säugephase der Seehunde, gab es weniger Störungen der Tiere durch Menschen. Deswegen mussten wir auch nicht so viele Tiere aufziehen, wie in den Jahren zuvor“, erzählt Fetting.

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