Ostsee: Diese Funde am Strand stimmen einfach nur unendlich traurig

Die Ostsee ist ein empfindliches Ökosystem.
Die Ostsee ist ein empfindliches Ökosystem.
Foto: imago images / Hartenfelser

Die Ostsee ist eben nicht nur Urlaub, Erholung, Entspannung und schöne Landschaft. Nein, immer wieder muss sich auch vor Augen geführt werden, dass es sich bei dem Gewässer um ein sensibles Ökosystem handelt. Dazu gehören leider auch negative Begleiterscheinungen, die teilweise durch den Menschen verursacht werden.

Ein Grund sind zum Beispiel Funde von Minen oder Bomben, die es immer wieder in der Nord- und Ostsee gibt. So wurde zuletzt auf Usedom eine riesige Fliegerbombe entschärft (MOIN.DE berichtete). Hunderttausende Tonnen Kampfmittel liegen in den Gewässern und gefährden Tier und Mensch. Daneben ist auch die Fischerei nach wie vor ein Problem – zumindest für Tiere wie den Schweinswal. Und zum Schweinswal gibt es nun aktuelle, traurige Nachrichten.

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Viele tote Wale in der Ostsee

An den Stränden der deutschen Ostsee sind im vergangenen Jahr mindestens 180 tote Schweinswale gefunden worden. In Schleswig-Holstein waren es 133 Tiere und in Mecklenburg-Vorpommern 47.

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Das geht aus der Antwort des Bundesumweltministeriums auf eine schriftliche Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Steffi Lemke hervor. „Diese toten Tiere sind die direkte Folge einer verfehlten Meerespolitik“, erklärte Lemke. So gebe es weiterhin keine wirksamen Meeresschutzgebiete in Deutschland. „Es ist ein politischer Skandal, dass in diesen Schutzgebieten sogar intensiver gefischt wird als außerhalb.“

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das zweitgrößte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Ostsee: Nullnutzungszonen gefordert

Der Ostsee-Schweinswal sei vom Aussterben bedroht, mahnte Lemke. „Jedes Jahr werden Hunderte tote Meeressäuger an den Küsten von Nord- und Ostsee angespült.“ Lemke forderte wirksame Rückzugsorte und verbindliche Regeln für den Meeresschutz in Deutschland. „Dafür braucht es dringend Nullnutzungszonen in der Nord- und Ostsee, in denen Schweinswale, Robben und andere Tiere Schutz finden.“

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Die Zahl der toten Schweinswale in der Ostsee war 2019 die dritthöchste nach 2016 (221) und 2018 (203). Die Zahlen für 2019 sind laut Bundesumweltministerium vorläufig, weil sich Untersuchungen auch aufgrund der Corona-Pandemie verzögert hätten.

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Aus der Antwort an Lemke geht zudem hervor, dass an den Stränden der Ostsee nach derzeitigen Daten auch 71 tote Kegelrobben (Schleswig-Holstein: 7, Mecklenburg-Vorpommern: 64) und 28 tote Seehunde (Schleswig-Holstein: 20, Mecklenburg-Vorpommern: 8) gefunden wurden. (dpa/rg)

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