Rostock: Es stinkt zum Himmel in der Stadt – DAS steckt dahinter

In Rostock stinkt es – und das wird auch noch einige Zeit so bleiben (Symbolbild).
In Rostock stinkt es – und das wird auch noch einige Zeit so bleiben (Symbolbild).
Foto: imago images/BildFunkMV & imago images/Martin Wagner

In Rostock stinkt es gewaltig!

In den letzten Tagen haben die Einwohner in Rostock einen ekligen Geruch wahrgenommen. Dahinter steckt ein wichtiger Grund.

Rostock: Es stinkt gewaltig in der Stadt

Der Grund liegt auf den Feldern um die Hansestadt. Dort wird nämlich Gülle ausgebracht.

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Agrardienstleister Christian Eichmann erklärt gegenüber der „Ostsee-Zeitung“ (OZ): „Wir sind täglich zwischen 7.30 Uhr und 18.30 Uhr auf den Feldern. Aktuell bringen wir die Gülle bei Fahrenholz zwischen Ziesendorf und Stäbelow aus.“

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Das ist Rostock:

  • Die größte Stadt unter den 84 Städten des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern ist Rostock
  • Dort leben rund 209.000 Menschen (Stand: 2019)
  • Die Hafenstadt reizt doch ihre attraktive Lage an der Ostsee
  • Bekannt ist sie außerdem als Universitätsstadt mit der im Jahr 1419 gegründeten Uni
  • Rostock ist nicht nur ein beliebter Urlaubsort, sondern auch Wirtschafts- und Verkehrsknotenpunkt im Norden Deutschlands

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Durch die starken Winde aus West bis Südwest zieht der Geruch bis nach Rostock in die Stadt, so Wetterexperte Ronald Eixmann. „Kommt er nicht gerade aus Norden, also über die Ostsee, begünstigt Wind prinzipiell immer, dass die Geruchsstoffe der umliegenden Gülleausbringungen nach Rostock getragen werden.“

Rostock: Noch bis 30. September mit Güllefahrzeugen unterwegs

Dadurch sei der Boden relativ gesättigt und nehme zusätzliche Flüssigkeit langsamer auf. „Die Stoffe haben mehr Zeit, in die Luft zu entfleuchen“, erklärt Eixmann.

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Doch das aktuelle Wetter müsse noch genutzt werden. Sollte es verstärkt regnen, werden die Felder so unbefahrbar. „Die Gülle muss unmittelbar in den Boden eingearbeitet werden. Ist der zu matschig, lässt er sich nicht mehr pflügen und die Saat kann nicht eingebracht werden“, sagt Agrardienstleister Eichmann der „OZ“.

Gerade werde die Wintergerste ausgesät. Noch bis 30. September sei die Agrardienstleistung Eichmann und Partner mit den Güllefahrzeugen unterwegs. Dann gilt eine Sperrfrist.

Rostock: Ohne Gülle keine Ernte

„Von Oktober bis Ende Januar darf keine Gülle auf Ackerflächen ausgebracht werden, auf Grünflächen gilt das Verbot von November bis Ende Januar“, informiert Pflanzenbaureferent Frank Schiffner vom Bauernverband MV.

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Dennoch gehöre die Gülle zum landwirtschaftlichen Kreislauf, wie die Stalu-Mitarbeiterin betont: „Sie ist nötig, damit die Saat aufgeht, genug Energie hat. Ohne gibt es keine vernünftige Ernte im nächsten Jahr.“

Bis dahin müssen die Einwohner in Rostock den unangenehmen Geruch noch aushalten. (oa)