Rügen: Bau-Vorhaben auf der Insel erhitzt die Gemüter – „Eine Belastung“

Nordsee vs. Ostsee: Das unterscheidet beide voneinander

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Was sind die Unterschiede zwischen Nord- und Ostsee?

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Normalerweise sind es Hotelbauten oder touristische Attraktionen, die auf Rügen für heftige Diskussionen sorgen. Doch es gibt auch Bauvorhaben der anderen Art, die bei Einwohnern und Insel-Fans Debatten anstoßen.

Ein Beispiel ist die Landstraße in Sagard auf Rügen, die bereits seit mehreren Jahren saniert werden soll. Getan hat sich bisher nichts. Für die einen ein Grund zur Freude, für die anderen ein Ärgernis.

Rügen: Alte Steine und eine Hass-Liebe

Eine besondere Stellung im Verkehrsnetz auf der beliebten Ostsee-Insel nimmt die Landstraße 30 ein. Urlauber strömen jedes Jahr auf das Eiland, viele von ihnen reisen über die Landstraße an. Vom Festland aus führt die breite Straße direkt nach Rügen, unterbrochen wird sie dabei von der Fährverbindung Glewitz-Stahlbrode.

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Außerdem dürfte der Straßenbelag einigen Nutzern in Erinnerung bleiben: In Sagard bewegen sich Autofahrer, Spaziergänger und Radfaher nicht über Asphalt, sondern über Pflastersteine.

Dieser Umstand sorgt nun schon seit einigen Jahren für Unmut und bringt Urlauber sowie Anwohner gegeneinander auf.

Die Abneigung ist groß

Die Gemeinde entschied wohl schon vor Jahren, den alten Straßenbelag zu ersetzen und einen Abschnitt von 1.500 Metern mit einer Asphaltdecke zu versehen.

In einer Facebook-Gruppe gingen zahlreiche Kommentare zu dem geplanten Projekt ein. „Die scheiß Rennpisten können die sich klemmen. Das passt noch zur Natur“ oder „Als Asphaltstraße wird das ganze dann zur Rennstrecke... Ich nenne dieses Vorhaben unnötig!“ zeigten im Jahr 2015 die Abneigung gegen das Bau-Vorhaben.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 70.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Bis heute wurde die Sanierung des Straßenabschnitts nicht umgesetzt. Doch die Gemeinde hält an ihrem Plan fest. MOIN.DE teilte das Straßenbauamt Stralsund mit, der „Ausbau der Landesstraße 30 in der Ortslage Sagard“ sei derzeit in Planung.

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Eine klare Aussage, die inzwischen gleichermaßen Befürworter wie Gegner hat. In einem aktuellen Facebook-Post wird in den Kommentaren wieder Kritik laut. „Ich verband diese Straßen immer mit angekommen auf Rügen.....sie zwingen zum langsamer fahren, was nicht schadet“ schwärmt ein User.

Ein andere pflichtet ihm bei und erklärt, er sei als Urlauber erst „angekommen“, wenn er über die „Rumpelsteine“ gefahren sei.

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Vor allem Anwohner sehen „ihre“ Straße jedoch mit ganz anderen Augen. Eine Kommentar-Verfasserin merkt an, der tägliche Weg zur Arbeit über die ruckelige Piste sei eben noch einmal etwas anders als die „romantische Urlaubserinnerung“.

Autofahrer müssen mit Mehrkosten rechnen

Ein weiterer Nutzer zeigt Verständnis für das „Erlebnis für Urlauber“, jedoch wenig Begeisterung für erhöhte Reparaturkosten, die auf Auto- und Fahrradfahrer zukämen, wenn sie den umstrittenen Straßenabschnitt täglich beführen.

Vor allem die Stoßdämpfer litten unter den Unebenheiten der Straße, schreibt ein anderer Nutzer: „Also ich wohne direkt an dieser Straße, die Bodenwellen sind mittlerweile einfach nur noch eine Belastung für die Stoßdämpfer und das Fahrwerk.“

In einem Punkt sind sich Urlauber und Anwohner, Kritiker und Befürworter jedoch einig: Es sollen keine „breiten Rennpisten“ entstehen, diese verführten nur zum Rasen.

Das Straßenbauamt Stralsund eröffnete MOIN.DE gegenüber, Bestandteil der Planung sei „neben der grundhaften Straßenerneuerung, einen Kreisverkehr bei der Schulstraße zu bauen und Nebenanlagen, wie Geh- und Radwege“.

Projektbeginn noch immer unklar

Problematisch sei jedoch die Querung des Sagarder Baches, die Erneuerung des Durchlasses müsse neu geplant werden.

Nach dem aktuellen Stand werden die Sorgen der Kritiker also durchaus ernst genommen. Dazu sollen die Planungen laut dem Straßenbauamt 2022 in die Endphase gehen – Urlauber können also noch in Ruhe von „ihrer Ruckelpiste“ Abschied nehmen. (wip)