Sylt: Insel-Fans empört wegen dieser Corona-Maßnahme – „Das ist doch alles Wahnsinn!“

Schon bald ist Urlaub auf Sylt wieder möglich.
Schon bald ist Urlaub auf Sylt wieder möglich.
Foto: picture alliance/dpa | Axel Heimken

Es war ein langes Hin und Her. Sollte Sylt schon bald wieder Urlauber empfangen und wenn ja, wie? Ende April kam dann die Entscheidung: Die Insel wird Teil der Modellregion Nordfriesland (MOIN.DE berichtete). Am 1. Mai geht es los. Dann dürfen Urlauber wieder auf der Nordsee-Insel übernachten. Alles unter wissenschaftlicher Begleitung und mit Vorsichtsmaßnahmen wie Tests.

Die Sicherheit von Einheimischen und Gästen und damit die Entwicklung der Corona-Neuinfektionen spielt in den Modellregionen eine wichtige Rolle. Sobald die 7-Tage-Inzidenz über drei Tage hinweg den Wert von 100 überschreitet, kann das Projekt abgebrochen werden. Tests sind daher wichtig. Bei einer Info zu den Tests zeigen sich einige Sylt-Fans jedoch irritiert.

Sylt setzt auf testen, testen, testen

Wer ab 1. Mai Urlaub auf Sylt macht, muss unter anderem ein negatives Corona-Testergebnis vorweisen, das nicht älter als 48 Stunden ist. Das kann ein PCR-Test oder ein Schnelltest sein. Während des Urlaubs müssen sich die Gäste dann alle zwei Tage wieder testen lassen. Das Credo lautet ganz klar: testen, testen, testen.

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In einer Facebook-Gruppe zeigen sich Sylt-Fans allerdings empört über ein Testangebot, auf das Sylt Marketing auf seinen Internetseiten hinweist. Es handelt sich dabei um die Möglichkeit, sich einen PCR-Test nach Hause schicken zu lassen. Der Test wird dann selbst zu Hause durchgeführt und die Probe ins Labor geschickt. Die Antwort kommt per Mail. Kostenpunkt: 69 Euro.

„Sprich: Ich kann mit einem Test anreisen, den ich gar nicht selbst gemacht habe! Das ist doch alles Wahnsinn!“, schreibt ein Sylt-Fan bei Facebook und teilt einen Screenshot dieser Info. Er ist mit seiner Empörung nicht allein, wie ein Blick in die Kommentarspalte zeigt.

Sylt Marketing verweist auf Anfrage von MOIN.DE an die Firma für nähere Informationen zu den Tests. Wir haben nachgefragt.

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Sylt: Zum Test gehört eine eidesstattliche Erklärung

„Icon Care“, gegründet 2016, bietet seine PCR-Gurgeltests seit Kurzem an, mehrere 100 Testungen hätten sie bereits durchgeführt, bei den Kunden kämen diese sehr gut an, sagt eine Sprecherin. Hier kommen keine Stäbchen zum Zug, sondern es wird gegurgelt.

Wie stellt das Unternehmen sicher, dass keine falschen Proben eingereicht werden, so wie es einige Sylt-Fans befürchten?

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Die Insel Sylt ist vor allem für ihre Kurorte Westerland, Kampen, Wenningstedt und den ca. 40 Kilometer langen Sandstrand im Westen bekannt
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt

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„Registrierung der Proben – Verwechslung ausgeschlossen“, heißt es auf der Homepage des Unternehmens. Wer einen Test mache, müsse eine eidesstattliche Erklärung ausfüllen, bei der Registrierung muss die Ausweisnummer angegeben werden, sagt eine Sprecherin. Wer schummelt, muss also mit rechtlichen Konsequenzen rechnen.

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Die Laborergebnisse kommen per Mail in einer codierten pdf-Datei. Die Laborergebnisse würden nach 16 Stunden, manchmal auch bereits nach zwölf Stunden, vorliegen, so die Sprecherin zu MOIN.DE. Falle ein Ergebnis positiv aus, gehe diese Information vom Labor direkt an das zuständige Gesundheitsamt.

Sylt öffnet vorsichtig – und andere Regionen auch

Nordfriesland inklusive Sylt ist nicht die einzige Region, in der Tests in diesem Frühjahr eine besonders wichtige Rolle spielen, weil sie vorsichtig wieder für den Tourismus öffnen.

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Der Kreis Nordfriesland ist eine von mehreren Modellregionen in Schleswig-Holstein. Bereits seit 19. April können Touristen wieder in der Schleiregion und in Eckernförde übernachten. Wie der Start verlief, erfährst du >>> hier. (kbm)

Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Modellregion Nordfriesland findest du >>> hier.