Sylt: Insel-Lokal sehen schwarz – sie treffen eine drastische Entscheidung

Auf Sylt haben gleich mehrere Läden eine Pause angekündigt (Symbolbild).
Auf Sylt haben gleich mehrere Läden eine Pause angekündigt (Symbolbild).
Foto: imago stock&people

Während immer mehr Gastronomen auf Sylt ihren Betrieb vollständige aufgeben (MOIN.DE berichtete), gibt es auch Lokale, die sich momentan zu einer Pause gezwungen sehen.

Denn die aktuelle Corona-Welle hat auch Sylt erfasst. Zwei Läden auf der Insel haben bereits eine drastische Entscheidung getroffen.

Sylt: Noch ein Lokal geht in die Pause

Das Team von „Tobis Hüs“ traf folgende Entscheidung: Sie werden eine Pause machen.

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Mit dem Hashtag „fuckcorona“ teilte das Team auf Facebook den Gästen mit: „Wir werden ab morgen, 03.01.2022, vorzeitig in unsere Betriebsferien gehen. Wir haben keinen Coronafall bei uns zu verzeichnen, und das soll auch so bleiben!“

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Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee
  • Nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Die Insel Sylt ist vor allem für ihre Kurorte Westerland, Kampen, Wenningstedt und den ca. 40 Kilometer langen Sandstrand im Westen bekannt
  • Zahlreiche Gebiete auf und um Sylt sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Auf der Insel gibt es allein zehn Naturschutzgebiete
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt
  • Die Insel erreicht man mit dem Auto vom Festland mit dem Sylt-Shuttle der DB und dem Autozug, dazu verkehren Nahverkehrszüge und Inter City Züge der DB.
  • Auch über den Flughafen Sylt ist die Insel per Linien- und Charterverbindungen zu erreichen

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Sylt: Einwohner haben Verständnis

Der Beitrag löste Hunderte Reaktionen aus, viele Gäste können die unerwartete Nachricht verstehen und nachvollziehen.

Hier sind ein paar der Kommentare:

  • „Das habt ihr richtig gemacht, Tobi. Bleibt gesund und bis bald“.
  • „Alles Liebe und Gute euch. Richtige Entscheidung,Tobi“.
  • „Nachvollziehbar! Erholt euch gut“.
  • „Richtige, mutige Entscheidung! Alles Gute für euch und bleibt alle gesund“.

Offensichtlich machte der Post sogar manche Insulaner glücklich, die den Schritt mutig und nötig finden.

„Ich bin so glücklich und zufrieden, dass ein Gastronom endlich mal vernünftig handelt und sollte vielen ein Beispiel sein. Nur durch Verzicht und Vernunft bekommen wir diese Situation in den Griff! Hut ab, auch wenn natürlich finanzielle Verluste unumgänglich sind. Daumen hoch“, so ein Mann.

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Die 2G-plus-Regelung habe das Team einige Male zu Diskussionen mit den Gästen gebracht.

„Wir hätten nicht gedacht, dass diese Auflage manchmal (zum Glück nur manchmal) auf Verständnislosigkeit stößt, denn es geht ja nach wie vor um die Gesundheit von uns allen“ heißt es in dem aktuellen Post.

Kein Einzelfall auf Sylt

Ähnlich geht es dem Café Lund auf Sylt, das ebenfalls eine freiwillige Schließung ankündigt. Man führe „täglich Diskussionen über falsch getragene Masken oder hören Anfeindungen wegen der bei uns geltenden 2G-Plus-Regel“, schreibt das Lokal in einem Facebook-Beitrag.

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Da der Schutz der Gäste und Mitarbeiter nach wie vor an erster Stelle stehe, schließt das Café ab Mittwoch, die Bäckerei folgt drei Tage später.

Nun bleibt für Urlauber und Sylt-Einwohner zu hoffen, dass die Corona-Lage auf der Insel sich beruhigt. Damit sie bald wieder in ihrem Lieblingsrestaurant sorgenfrei Essen gehen können. (mae)