Usedom: Polen hat große Pläne für die Insel – Experten warnen vor „gigantischen Auswirkungen“

Usedom: Woher die Insel ihren Namen hat

Usedom: Woher die Insel ihren Namen hat

Nach Rügen ist Usedom die zweitgrößte Insel Deutschlands. Die Insel an der Pommerschen Bucht hat 76.500 Einwohner. Sie ist zum Großteil Deutsch, jedoch ist auch ein Teil im Osten von ihr bereits polnisch. Gelegen an der Ostsee ist sie ein absoluter Touristenmagnet.

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Es sind große, kostspielige Pläne, die Polen für die Ostsee-Insel Usedom hat.

Doch Experten warnen vor dem Vorhaben, das nicht nur Auswirkungen auf Usedom haben könnte.

Usedom: Projekt soll 750 Millionen Euro kosten

Direkt vor Usedom wolle Polen einen riesigen Containerhafen bauen. Dafür werde die gewaltige Summe von 750 Millionen Euro investiert, berichtet die „taz“. Auch MOIN.DE hat die anhaltenden Planungen schon aufgegriffen. Jetzt gibt es neue Stimmen dazu.

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Das ist Usedom:

  • Insel in der Ostsee
  • Befindet sich im äußersten Nordosten von Deutschland
  • Die Insel hat zwei Grenzübergänge nach Polen
  • Usedom ist die zweitgrößte Insel Deutschlands
  • Bekannte Ostseebäder sind Zinnowitz, Bansin, Heringsdorf und Ahlbeck
  • Auf Usedom gibt es einen Flughafen, dieser ist bei Garz gelegen
  • Die größte Stadt auf der Insel ist Swinemünde (Polnische Seite)

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Über die genauen Pläne halte die polnische Regierung sich allerdings sehr bedeckt, sage Przemysław Słowik, die Co-Vorsitzende der polnischen Grünen.

So groß soll der Containerhafen vor Usedom werden

Das Mega-Projekt solle nach Angaben von Fachmedien zwischen Usedom und der Insel Wolin entstehen. Geplant sei ein 1,3 Kilometer langes Container-Terminal, das jährlich für über zwei Millionen Standardcontainer ausgelegt sei.

Die Bündnisgrüne Europaabgeordnete Hannah Neumann äußerte gegenüber der Tageszeitung jetzt scharfe Kritik: „Wir sind grundsätzlich gegen das Projekt.“ Durch die enge Zusammenarbeit der beiden Länder müsse das Projekt eigentlich gemeinsam vorangebracht werden, Polen verweigere dies aber.

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Usedom: Projekt hat gewaltige Auswirkungen

Nicht einmal eine grenzüberschreitende Umweltverträglichkeitsüberprüfung sei im Gespräch. „Ein so riesiges Terminal hat auch auf Deutschland gigantische Auswirkungen“, warnt Neumann.

Und auch die Baumaßnahmen könnten bereits für ernsthafte Probleme sorgen. Umweltgutachter Helmut Schuchardt gebe zu bedenken: „Die Baumaßnahmen liegen unmittelbar in einem Vogelschutz- und einem FFH-Gebiet.“ Und das könnte lebensbedrohliche Folgen für die Lebewesen dort haben (hier mehr dazu).

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Zusätzlich würde das Containerterminal die Anzahl der Schiffe in dieser Richtung um 50 Prozent erhöhen, erklärt er der „taz“. Mehr Schiffe bedeuten auch mehr Schadstoffe in der Ostsee. Dass das für das Meer nicht gut sein kann, ist eindeutig.

Usedom: Projekt ist in Deutschland alles andere als beliebt

Das riesige Projekt Polens sorgt bereits in den Vorgesprächen für offensichtliche Bauchschmerzen bei Umweltexperten und Politikern.

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Dass es dann anscheinend auch noch so undurchsichtig ist, macht die Sache wohl nicht gerade besser. (fk)