Jan Fedder: Als er sich an diese Katastrophe erinnerte, verschlug es ihm fast die Sprache

Seinem Biografen Tim Pröse erzählte Jan Fedder von einem schrecklichen Erlebnis aus seiner Kindheit (Symbolbild).
Seinem Biografen Tim Pröse erzählte Jan Fedder von einem schrecklichen Erlebnis aus seiner Kindheit (Symbolbild).
Foto: imago images/Sven Simon

Schauspieler Jan Fedder war als echter Hamburger Jung bekannt. Aufgewachsen rund um die Reeperbahn und den Hafen, kehrte er zu Lebzeiten seiner Heimat nur vorübergehend den Rücken. Immer wieder zog es ihn an die Waterkant, an die Elbe.

Doch die Erinnerung an ein schreckliches Ereignis an den Ufern des geliebten Flusses, ließ den Volksschauspieler Jan Fedder auch Jahre später noch innehalten.

Jan Fedder: Damals, als die Sturmflut kam

Es sind die Erinnerungen an die Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962, die Jan Fedder wie so vielen anderen Hamburgern tief im Gedächtnis geblieben ist.

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Damals zog die verheerende Sturmflut über die Hansestadt hinweg. Mehr als 300 Menschen sterben dabei allein in Hamburg. Damals war Jan Fedder gerade einmal sieben Jahre alt. Dennoch blieben ihm die Eindrücke von der Katastrophe immer vor Augen.

„Das Wasser kommt. Der Sturm peitscht draußen. Die Böen pfeifen um das Holzhaus herum. Man weiß nicht, was passiert. Die Scheiben sind schon voller Wasser...“, erzählte Jan Fedder einst seinem Biografen Tim Pröse, der das Gespräch in der Autobiografie „Unsterblich“ festgehalten hat.

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Das war Jan Fedder:

  • Jan Fedder wurde am 14. Januar 1955 geboren.
  • Er wuchs in St. Pauli auf. Seine Eltern betrieben das Lokal „Zur Überseebrücke“, das direkt im Hamburger Hafen lag.
  • Schon mit 13 Jahren stand Jan Fedder zum ersten Mal vor der Kamera.
  • Immer wieder hat Jan Fedder norddeutsche Charaktere verkörpert. Berühmtheit erlangte er durch die Rolle des Revierleiters Dirk Matthies im „Großstadtrevier“. Fast 30 Jahre lange war er Teil der Serie.
  • Im Jahr 2000 heiratete er seine Frau Marion.
  • 2012 wurde bei ihm die Vorstufe eines Mundhöhlenkarzinoms festgestellt.
  • Fedder starb laut Witwe Marion am 30. Dezember 2019 „am plötzlichen Herztod“ in seiner Wohnung in Hamburg.

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Jan Fedder: „Dass es noch was viel Wichtigeres gibt“

Weiter erinnerte sich Fedder, wie sich die ersten Tropfen unter der Eingangstür der Kneipe seiner Eltern hindurchzwängten. „Und auf einmal ist dieser Tropfen ein Riesenfleck...“ Dem Schauspieler verschlug es bei den lebhaften Eindrücken von damals fast die Sprache. Er geriet beinahe ins Stocken, wie Pröse berichtet.

„Und dann auf einmal, mit Wucht, kommt es unter der Tür durch, und der ganze Raum ist voll mit Wasser“, erzählte Fedder weiter. „Und du – als Kind – fängst an zu respektieren, dass es da ganz andere Sachen gibt als nur den Fuchsschwanz am Fahrrad oder deine Sturmklingel. Oder andere Geschichten. Dass es noch was viel Wichtigeres gibt. Nämlich dein eigenes Leben.“

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Ein Steinfundament unter der aus Brettern zusammengehämmerten Kneipe rettete das Haus damals vor den unbarmherzigen Fluten, die vieles in der Hansestadt zum Einsturz brachten. Gemeinsam mit seinen Eltern und Tausenden Hamburgern nahm Jan Fedder damals auch an der Trauerfeier für die Flutopfer auf dem Rathausmarkt teil. (mik)