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„Mein Schiff“: Diese Ankündigung sorgt für heftige Debatten unter Passagieren

„Mein Schiff“: Diese Ankündigung sorgt für heftige Debatten unter Passagieren

© picture alliance/dpa/TV7News | Festim Beqiri

Kreuzfahrten: Urlaub auf hoher See

Von Jahr zu Jahr stechen mehr Touristen in See. Kreuzfahrten werden weltweit immer beliebter. Auch immer mehr Deutsche machen Urlaub auf hoher See.

Es ist dieser Tage ein leidiges Thema unter Kreuzfahrt-Urlaubern wie jene von „Mein Schiff“: Reisen fallen aus, werden verschoben oder geändert – die Gründe dafür sind vielfältig.

Ein Hafen hat zum Beispiel keinen Liegeplatz mehr frei oder ein schwerer Sturm zieht auf (wie es gerade über der Nordsee der Fall ist). Nicht selten haben sich zudem spontan Corona-Beschränkungen in einem Zielland geändert, sodass „Mein Schiff“ und andere Kreuzfahrt-Unternehmen nicht mehr dort anlegen und Passagiere an Land lassen.

Mein Schiff“: Umroutungen sorgen oft für Frust

So vergeht auch kaum ein Tag ohne hitzige Diskussionen unter den Urlaubern. Denn immer wieder kommt es vor, dass sich einige von ihnen ziemlich frustriert zeigen, wenn sie die Nachricht über eine Umroutung erhalten.

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Nicht unerwähnt soll an der Stelle aber natürlich auch bleiben, dass manche Umroutungen auch für Jubel unter Urlaubern sorgen. Beispielweise, wenn ein seltenes Ziel in der Karibik angefahren wird, an dem man sonst nicht gehalten hätte.

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Gefällt jemandem die Änderung aber überhaupt nicht, so keimt schnell der Gedanke auf, ob man nicht entschädigt werden müsste. Weil das Angebot dem eigenen Empfinden nach nicht mehr das hält, was einst versprochen wurde.

Was ist beispielweise, wenn die „Mein Schiff“ auf der eigenen Reise Dakar (Senegal) nicht mehr ansteuern kann und dafür Fuerteventura (Kanaren, Spanien) ins Programm geholt wird? So wie es jetzt in einem Fall zu lesen ist.

Der Verzicht auf Afrika fällt natürlich deutlich ins Gewicht, Enttäuschung kann man sicherlich verstehen.

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Daten und Fakten zu „Mein Schiff“:

  • Insgesamt sieben Kreuzfahrtdampfer zählen zur „Mein Schiff“-Flotte der Reederei Tui Cruises
  • Die gesamte „Mein Schiff“-Flotte fährt unter der Flagge von Malta, daher gibt es auch keine Umsatzsteuer an Bord
  • Die Reederei hat ihren Firmensitz in Hamburg
  • Bis voraussichtlich 2026 sollen drei neue „Mein-Schiff“-Kreuzer gebaut werden
  • Insgesamt ca. 6.980 Besatzungsmitglieder sind an Bord der Schiffe für Tui Cruises im Einsatz

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Mein Schiff“ hat sich über AGB abgesichert

Doch zu viel der Aufregung können viele andere Kreuzfahrt-Reisende überhaupt nicht nachvollziehen. Der allgemeine Tenor unter ihnen ist oft: Man weiß in Pandemie-Zeiten vorher, dass vielleicht nicht alles auf der Reise klappt, selbst Schuld! Man solle froh sein, überhaupt so etwas wie fast-normale-Reisen machen zu können.

Menschen, die sich über eine Umroutung zu sehr beschweren und die Frage stellen, ob es eine Entschädigung gibt, bekommen immer wieder sehr deutlichen Gegenwind zu spüren.

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Tui Cruises und „Mein Schiff“ haben sich natürlich für solche Fälle abgesichert. So heißt es in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, denen jeder Reisende zustimmt:

Änderungen und Abweichungen einzelner Reiseleistungen von dem vereinbarten Inhalt des Reisevertrags, die nach Vertragsabschluss notwendig werden, wie z. B. wegen der besonderen Gegebenheiten der Schifffahrt, und von Tui Cruises nicht wider Treu und Glauben herbeigeführt wurden, sind gestattet, soweit sie nicht erheblich sind, nicht zu einer wesentlichen Änderung der Reiseleistung führen und den Gesamtzuschnitt der gebuchten Reise nicht beeinträchtigen.

Das Gleiche gilt für Änderungen der Fahrtzeiten und/oder Routen, über die allein der Kapitän entscheidet. Gewährleistungsansprüche bleiben dabei unberührt, soweit die geänderten Leistungen mit Mängeln behaftet sind.

Im Gegensatz verpflichtet sich Tui Cruises aber, Kunden über Leistungsänderungen unverzüglich in Kenntnis zu setzen.

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Mein Schiff“ zog Reisen um jeden Preis durch

Verantwortungsvolle Reisebüros weisen ihre Kunden natürlich auf den wichtigen Passus hin – und darauf, dass die Gefahr in diesen Zeiten nun mal gar nicht so gering ist, dass bei einer Reise etwas nicht so verläuft, wie es vorneherein geplant wurde. Und Urlauber dann oft eben keinen Anspruch auf irgendwelche Erstattungen haben.

Der Supergau wie um Neujahr, dass Fahrten im Ausland beendet werden mussten, weil es Corona-Massenausbrüche an Bord gab, ist zuletzt bei den meisten Anbietern nicht mehr eingetreten (in solchen Fällen gibt es Erstattungen). Nichtsdestotrotz hatte es auch zuletzt viele Ausbruchsgeschehen auf Kreuzfahrt-Dampfern wie „Mein Schiff“ gegeben.

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Infizierte Gäste wurden in solchen Fällen an Bord isoliert, gegen den Abbruch von Fahrten wehrten sich die Unternehmen aber vehement – denn die hätten viel Geld gekostet. (rg)