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Ostsee: Hier verbergen sich unfassbare Schätze – krass, was alles schon gefunden wurde

Ostsee: Hier verbergen sich unfassbare Schätze – krass, was alles schon gefunden wurde

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Ein Taucher neben 200 Jahren alten Champagnerflaschen, die auf einem Schiffswrack am Grund der Ostsee vor den Aland-Inseln liegen. Foto: picture alliance / dpa | Anders Näsman

Auf dem Grund von Seen, Flüssen und Meeren verbergen sich Geheimnisse. Ob in Nord- oder Ostsee – versunkene Welten liegen dort. Manchmal sind es ganze Städte, manchmal einzelne Überbleibsel, zum Beispiel jahrhundertealte Schiffe.

Einige davon bewahren eine wertvolle Fracht: Schätze aus Gold und Silber. Doch Archäologen wie Philipp Grassel interessieren sich nicht nur für spektakuläre Schätze. Spannend finden sie etwa auch die Reste von einem Schiff, das zum Beispiel in der Nord- oder Ostsee gefunden wurde.

Ostsee-Forscher auf der Suche

Die Forscher versuchen damit herauszufinden, wie die Menschen früher lebten. Wie haben sie ihre Schiffe gebaut? Welche Waren haben sie transportiert? Wohin sind sie damit gefahren?

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Antworten auf solche Fragen findet Philipp Grassel bei seinen Ausgrabungen unter Wasser. Dort hat zum Beispiel der Schlamm dafür gesorgt, dass die Schiffe heute noch erhalten sind. Besonders das Holz der Schiffe interessiert den Wissenschaftler. „Man kann das Alter von Holz sehr gut bestimmen und damit auch das der Schiffe“, erzählt Herr Grassel.

Unter Wasser herrscht häufig schlechte Sicht. „Manchmal erkennt man seine Hände vor den eigenen Augen nicht“, berichtet er von seiner Arbeit. Doch Technik erleichtert ihm das Suchen. Mit modernen Geräten kann Philipp Grassel schon von der Wasseroberfläche aus den Meeresgrund grob absuchen.

Ostsee: Suche mit modernster Technik

Ferngesteuerte Unterwasserfahrzeuge sind mit Kameras ausgestattet und senden Bilder aus der Tiefe. Für genaue Untersuchungen aber taucht Herr Grassel selbst nach unten und nimmt zum Beispiel Holzproben von den Schiffsresten.

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Zu den versunkenen Welten, die Unterwasser-Archäologen untersuchen, gehören auch untergegangene Städte. Ein berühmtes Beispiel ist die ehemalige Hafenstadt Herakleion im heutigen Ägypten. Sie wurde vor mehr als 2000 Jahren von einem Erdbeben und einer Flutwelle zerstört.

Erst vor 20 Jahren wurden Säulen und andere Überreste dieser Stadt im Mittelmeer entdeckt.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Ostsee: 7.000 Jahre alte Fundstücke!

Philipp Grassel faszinieren versunkene Orte. Er arbeitete bei einem Projekt in der Ostsee mit, bei dem die Archäologen eine Axt aus dem Meeresboden gruben. Die Forscher vermuten, dass an dem Fundort früher Menschen lebten. Wo heute Meerwasser die Erde bedeckt, war damals Land. Neben der Axt fanden die Wissenschaftler auch Knochen, bearbeitete Holzreste und Holzkohle. Ihre Untersuchung ergab, dass die Fundstücke älter als 7.000 Jahre waren.

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Unterwasser-Archäologe Philipp Grassel forscht aber nicht nur im Meer, sondern auch an Land. Er stöbert in Archiven, sucht auf Seekarten, in Logbüchern von Schiffen und Hafendokumenten nach Spuren versunkener Welten. „Diese Arbeit ist mindestens genauso spannend wie eine Ausgrabung unter Wasser“, sagt Philipp Grassel.

In der Ostsee könnten 500 Wracks liegen

Niemand weiß, wie viele gesunkene Schiffe in den Meeren der Welt liegen. Allein in den Meeresgebieten, die zu Deutschland gehören, sollen es insgesamt rund 1.500 Schiffswracks sein: 1.000 in der Nordsee und 500 in der Ostsee. Doch das sind nur Schätzungen. Nur in wenigen Fällen ist bekannt, wann und wie die Schiffe gesunken sind.

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Die ältesten Wracks stammen aus dem Mittelalter. Doch schon in der Steinzeit fuhren die Menschen übers Wasser. Sie höhlten Baumstämme aus und nutzte sie als Boote. Auch davon gibt es Fundstücke. Der heutige Zustand der Wracks ist sehr unterschiedlich. Er hängt davon ab, wie lang die Schiffe schon unter Wasser liegen.

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Von vielen Holzschiffen sind nur noch ein paar Planken übrig. Schiffe, die aus Metall gebaut wurden, sind hingegen meistens jünger und oft auch besser erhalten. (dpa/rg)