„Mein Schiff“-Passagier erzählt von „Schock“-Erlebnis an Bord – es sollte das Drama ankündigen

Auf einer der letzten „Mein Schiff“-Reisen vor dem Lockdown zeichnete sich die Krise bereits ab.
Auf einer der letzten „Mein Schiff“-Reisen vor dem Lockdown zeichnete sich die Krise bereits ab.
Foto: imago stock&people & Hermann Schming

Noch vor einem Jahr konnten Kreuzfahrt-Fans ungehindert mit der „Mein Schiff“ auf Tour gehen. Doch im März hat die Pandemie die Reederei zum Stillstand gezwungen – und der zog sich über Monate.

Auch Momentan sind, abgesehen von Kreuzfahrten in die Kanaren, kaum Reisen möglich. Auf einer der letzten „Mein Schiff“-Reisen vor dem Lockdown zeigten sich bereits erste Anzeichen für die Katastrophe.

„Mein Schiff“-Fan war „einer der letzten“

Hermann Schming ist vom 24. Februar bis zum 9. März 2020 mit der „Mein Schiff“ in den Orient gefahren und hat unter anderem Dubai und Katar erkundet.

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Rückblickend ist er mehr als dankbar für diese Reise. „Ich bin einer der letzten, die noch eine komplette Tour machen konnten“, erzählt er MOIN.DE.

Als die nächsten Passagiere an Bord gingen, musste die Kreuzfahrt nach drei Tagen abgebrochen werden. Aber bereits während der Reise von Hermann Schming beschlich die Gäste eine dunkle Vorahnung.

Nachricht breitet sich auf „Mein Schiff“ aus

Das Coronavirus verbreitete sich zu dieser Zeit rasend schnell. „Mein Sohn ist Filialleiter von einem Edeka“, sagt Schming. „Er schickte mir plötzlich Fotos von den leergeräumten Regalen.“

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Daten und Fakten zu „Mein Schiff“:

  • Insgesamt sieben Kreuzfahrtdampfer zählen zur „Mein Schiff“-Flotte der Reederei Tui Cruises
  • Die gesamte „Mein Schiff“-Flotte fährt unter der Flagge von Malta, daher gibt es auch keine Umsatzsteuer an Bord
  • Die Reederei hat ihren Firmensitz in Hamburg
  • Bis voraussichtlich 2026 sollen drei neue „Mein-Schiff“-Kreuzer gebaut werden
  • Insgesamt ca. 6.980 Besatzungsmitglieder sind an Bord der Schiffe für Tui Cruises im Einsatz

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Auch weitere Passagiere an Bord hätten von Freunden aus der Heimat von den Hamsterkäufen und den steigenden Infektionszahlen erfahren. Nur wenig später folgte ein dramatisches Ereignis an Bord.

Der Dampfer steuerte auf Katar zu. Doch einige Kilometer vor der Küste ertönte die Durchsage, dass das Gesundheitsamt eine stichprobenartige Kontrolle vornehmen wolle, bevor das Einlaufen in den Hafen genehmigt werde.

„Mein Schiff“ steckt fest

„Das zog sich den ganzen Tag“, erinnert der „Mein Schiff“-Fan sich. Sowohl Passagiere als auch Besatzung warteten auf die Freigabe, die erst am Abend erfolgte – zehn Stunden später als ursprünglich geplant.

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„Das war für mich ein Schock“, sagt Schming. In vielen Gästen regte sich nach der Situation Besorgnis. „Uns wurde klar, dass etwas viel Größeres im Busch ist“, erzählt er.

Dramatische Situation auf „Mein Schiff“

Als Gründer der Facebook-Gruppe „Mein Schiff Freunde Forum“, die inzwischen über 10.000 Mitglieder zählt, stand er auch während der Krisenzeit und der Lockdowns in engem Austausch mit anderen Kreuzfahrt-Fans.

Ein besonders dramatisches Ereignis für viele der Fans war das Chaos auf der „Mein Schiff 3“. Zur Erinnerung: Der Dampfer holte Ende April als eine Art Sammeltaxi die Besatzung sieben weiterer Schiff ab.

In Cuxhaven musste die Crew an Bord auf die Heimreise warten, dann brach plötzlich Corona aus! Für die „Mein Schiff“-Mitarbeiter bedeutete das wochenlange Isolation (MOIN.DE berichtete).

Nerven lagen blank auf der „Mein Schiff“

„Die Nerven lagen offensichtlich blank“, sagt Hermann Schming. Das zeigte auch ein krasses Video von Bord, in dem ein Crew-Mitglied völlig die Nerven verlor (MOIN.DE berichtete).

„Alle haben mitgelitten“, berichtet der „Mein Schiff“-Fan. „Das war eines der schlimmsten Erlebnisse in diesem Jahr.“ Umso besser sei die Stimmung bei der Verkündung der „Blauen Reisen“ gewesen, mit denen Tui im Juli den Kreuzfahrt-Betrieb wieder aufnahm.

„Mein Schiff“ sticht wieder in See

„Er herrschte große Erleichterung, dass es wieder losgeht“, erzählt Hermann Schming MOIN.DE.

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Er selbst hat keine „Blauen Reise“ unternommen, was bei ihm aber nicht an hygienischen Bedenken lag, sondern an der Tatsache, dass die Kreuzfahrten nur aus Seetagen bestanden.

„Ich möchte auf den Reisen auch gerne neue Länder und Kulturen kennenlernen“, erklärt er. Deshalb hat er auf vorerst auf die Kreuzfahrten verzichtet.

Überzeugt vom Hygienekonzept der „Mein Schiff“-Flotte

Vom Hygienekonzept der „Mein Schiff“-Flotte ist er aber vollkommen überzeugt. Denn: „Schon vor Corona gab es hohe Standards an Bord“.

Für dieses Jahr hatte Hermann Schming erneut eine Fernreise an Bord der „Mein Schiff“ geplant: Im Februar sollte es nach Asien gehen. Doch die Kreuzfahrt ist bereits abgesagt worden.

Treffen von „Mein Schiff“-Fans geplant

Aufgrund des Infektionsgeschehens keine Überraschung für den „Mein Schiff“-Fan. „Ich war mir schon sicher, dass die Fahrt nicht stattfindet.“ Stattdessen hofft er auf die „Hamburg trifft Mallorca“-Reise im Sommer.

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Auf die freut er sich aus einem ganz besonderen Grund: „Das ist die größte Tour aus unserem Forum.“ Zahlreiche Mitglieder des „Mein Schiff Freunde Forum“ haben die selbe Reise gebucht.

An Bord können sie sich dann verabreden – ein großes Treffen unter „Mein Schiff“-Fans also. Bleibt zu hoffen, dass die Reise auch stattfindet!