„Mein Schiff“: Urlauberin packt aus – einige Deutsche benehmen sich SO schrecklich an Bord

Kreuzfahrt: Die „Mein Schiff 4“, als sie noch unterwegs war.
Kreuzfahrt: Die „Mein Schiff 4“, als sie noch unterwegs war.
Foto: imago images / Eibner

Doch kein Osterurlaub an den deutschen Küsten. Öffnungspläne norddeutscher Politiker wurden durch die Entscheidungen der Bund-Länder-Konferenz am 22. März durchkreuzt (MOIN.DE berichtete). Eine Reisemöglichkeit, die seit Ende letzten Jahres wieder besteht, ist eine Fahrt mit der „Mein Schiff“.

Doch nun berichtet eine „Mein Schiff“-Passagierin von einem ungewöhnlichen Phänomen an Bord.

„Mein Schiff“-Passagier berichtet von Momenten mit Beigeschmack

In einem Beitrag bei Facebook teilt die Reisende aus Deutschland ihren Unmut und schreibt: „Warum sind viele Menschen so griesgrämig, obwohl sie den Luxus eines Urlaubs auf der ,Mein Schiff' genießen können? Kein ,Hallo' im Aufzug, Weggucken im Treppenhaus, ,Danke und Bitte' dem Service gegenüber? Nö!“

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Man sollte eigentlich meinen, dass ein Urlaub nach dem ganzen Stress ausgelöst durch „Social Distancing“, Lockdown und Wirtschaftsflaute die Gemüter erhellt. MOIN.DE hat bei der Frau nachgefragt, uns gibt die „Mein Schiff“-Passagierin exklusive Einblicke, was sie an Bord erlebt.

Die Deutsche befand sich vor Kurzem noch auf der „Mein Schiff 2“ und verbrachte dort sieben Tage auf der Tour rund um die Kanaren. Die Reise neigte sich dem Ende zu und obwohl die Frau den Urlaub in vollen Zügen genießen konnte, gab es anscheinend immer Mal wieder Momente mit einem bitteren Beigeschmack.

„Mein Schiff“: „Gerade hatte ich wieder ein ,Hallo'-Erlebnis“

Coronakonform dürfen vier Menschen an Bord in einen Aufzug steigen, natürlich durch Maske geschützt. Doch obwohl man die Begegnungen an Bord an der Hand abzählen könne, werde man bei der seltenen Konfrontation mit einem anderen Menschen trotzdem nicht mal begrüßt. Solche Erlebnisse, wie sie die Passagierin beschreibt, fanden aus ihrer Sicht vermehrt statt.

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Daten und Fakten zu „Mein Schiff“:

  • Insgesamt sieben Kreuzfahrtdampfer zählen zur „Mein Schiff“-Flotte der Reederei Tui Cruises
  • Die gesamte „Mein Schiff“-Flotte fährt unter der Flagge von Malta, daher gibt es auch keine Umsatzsteuer an Bord
  • Die Reederei hat ihren Firmensitz in Hamburg
  • Bis voraussichtlich 2026 sollen drei neue „Mein-Schiff“-Kreuzer gebaut werden
  • Insgesamt ca. 6.980 Besatzungsmitglieder sind an Bord der Schiffe für Tui Cruises im Einsatz

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„Gerade hatte ich wieder ein ,Hallo'-Erlebnis. Fünf Sessel gibt es im Wartebereich des Spas. Zwei waren besetzt. Die dritte Person kommt herein... und: nix. Kein ,Hallo', nicht mal ein kurzes ,Moin'“, erklärt uns die Frau.

„Ich laufe auch nicht wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend und grüße wie wild um mich, aber in solchen ,kleinen' Umgebungen halte ich es einfach für höflich“, berichtet sie weiter.

„Mein Schiff“: Deutsche Passagiere sollen mitunter ziemlich frech sein

Auch gegenüber dem Servicepersonal sollen manche Gäste eine ziemlich unfreundliche Art an den Tag legen. So schildert die Passagierin eine Situation an der Bar, als ein Kunde auf sein Getränk wartete und diese Aussage dann ungeduldig aus ihm herausbrach: „Der kann etwas schneller machen, ich bezahle schließlich und die sollen froh sein, dass sie wieder arbeiten können.“

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Auch bei der täglichen Fiebermessung, die aktuell in der schiffseigenen Disko stattfindet (MOIN.DE berichtete), soll es immer mehr Verweigerer geben:

„Wir können uns doch glücklich schätzen, dem Alltag entflohen zu sein. Jeden Tag müssen Gäste aufgefordert werden, zum täglichen Fiebermessen zu erscheinen. Mal fehlen 20 Personen, mal sogar 90. Man weiß doch, wie die Spielregeln momentan sind.“

Tui gibt sich gelassen

Tui erklärt dazu auf MOIN.DE-Nachfrage: „Da die Gäste sich im Urlaub befinden, machen wir es ihnen so einfach wie möglich und geben ihnen ein bestimmtes Zeitfenster vor, in dem sie die kontaktlose Temperaturmessung vornehmen lassen können. Eine Stunde vor Ablaufen des Zeitfensters werden unsere Gäste noch einmal freundlich daran erinnert. Sollten sich ausnahmsweise nach Ablauf dieser Frist noch nicht alle Gäste gemeldet haben, sorgen wir dafür, dass dies noch am gleichen Tag nachgeholt wird.“

Die Reisende weiter: „Ansonsten ist es einfach Erholung pur in einem für mich optimal umgesetzten Konzept. Das Fazit: ,Mein Schiff' jeder Zeit immer wieder... und hoffentlich irgendwann wieder im Normalbetrieb.“

Unter dem Beitrag bei Facebook lassen sich auch einige Kommentare finden, die versuchen, den Grund für diese Verhaltensmuster zu finden. Eine Frau begründet diese Eindrücke mit einer anderen Klientel: „Wir haben schon sehr viele Fahrten gemacht vor Corona. Ich hab den Eindruck, die Klientel ist eine andere, zumindest teilweise, bei den recht preiswerten Fahrten.“

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Eine andere gibt der Gesamtsituation die Schuld: „Ich glaube eher, dass es an der Gesamtsituation momentan liegt. Bei unserer blauen Reise letzten Oktober hatte ich auch das Gefühl, dass die Leute wesentlich unentspannter waren als die vorherigen Reisen.“

Woran es auch liegt, zumindest bleibt einem immer die Möglichkeit selbst aktiv nett zu sein oder wie es ein Mann treffend ausdrückt: „Manche Menschen sind einfach so, wenn man sie aber anlächelt und ,Hallo' sagt, reagieren einige. Dann hast du ihren Tag ein wenig schöner gemacht!“ (pag)