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Rügen: Insulaner halten es kaum noch aus – dieses Problem wird immer schlimmer

Rügen

Fünf Fakten über die größte deutsche Insel

Die Ostsee-Insel Rügen ist auch in diesem Sommer wieder ein beliebtes Urlaubs-Ziel für viele Deutsche. Doch bereits in den vergangenen Wochen ernteten eigentlich beliebte Orte der Insel viel Kritik (MOIN.DE berichtete).

Auch ein Insulaner von Rügen kann seinen Lieblingsort kaum noch wiedererkennen. Für ihn wird ein bestimmtes Problem immer unaushaltbarer. Jetzt lässt er seinem Frust freien Lauf.

Rügen: Insulaner ist genervt

„Wir waren im Juli zwei Wochen in Baabe“, berichtet der Mann auf Facebook. Er war nicht zum ersten Mal dort: „Meine Familie hat seit den 60er-Jahren Eigentum in Baabe, deshalb sehe ich mich persönlich nicht als Tourist.“ Doch der Ort habe sich stark verändert.

„Auffällig ist, dass sich in den letzten sieben Jahren die Anzahl der Touristen gefühlt irgendwie verfünffacht hat. Ehrlich gesagt bin ich ziemlich angenervt von den Touristen gewesen“, schreibt der Mann. Früher habe er nicht 20 Minuten lang anstehen müssen, um seinen Pfand abzugeben oder 15 Minuten, um ein Fischbrötchen zu bekommen.

Rügen: Am Seglerhafen in Seedorf hat sich eine lange Warteschlange vor einem mobilen Bäckerwagen gebildet (Symbolfoto). Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Stephan Schulz

Mehr über Rügen:

  • Rügen liegt vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Etwa 70.000 Menschen leben auf der Ostsee-Insel
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Doch den Mann stört nicht nur, dass es zu viele Touristen sind, sondern auch, wie sich diese verhalten: „Dieses Jahr war wirklich auffällig, dass die anwesenden Urlauber teilweise hochaggressiv waren. Es gab da diverse Erlebnisse, wo man an der guten Erziehung der Menschen wirklich zweifeln muss.“

Er bekommt viel Zustimmung. „Wir kommen seit 41 Jahren ohne Unterbrechung, aber es ist echt schlimm. Nach Binz fahren wir schon gar nicht mehr rüber!“, schreibt eine Frau in den Kommentaren. Auch Binz hatte in den vergangenen Wochen viel Kritik einstecken müssen (>>Hier mehr dazu).

„Wir fahren schon über 20 Jahre nach Baabe mit Unterbrechungen. Immer in der Hauptsaison wegen den Ferien. Es wurde jedes Jahr voller und die Leute aggressiver und gestresst“, stimmt eine Frau dem Beitragsverfasser zu. „Ich hätte lieber mein Baabe zurück wie es vor 15 bis 20 Jahren war: stressfrei und idyllisch. Wo ich nicht um neun Uhr Morgens am Strand sein muss, bevor ich dann nirgendwo Platz habe, um zwei Handtücher in den Sand zu legen“, schreibt der Insulaner. Er beschreibt Zustände, wie sie eigentlich nur von großen Hotel-Bunkern bekannt sind.

Rügen: Insulaner bekommt Gegenwind

Doch es werden auch ganz andere Stimmen laut: „Wenn man in einer Touristenregion wohnt, muss man mit Touristen rechnen“, findet eine Frau. Auch eine andere Urlauberin kann den Frust des Insulaners nicht verstehen: „Wenn wir anstehen müssen, ist das eben so. Man hat ja Urlaub und Zeit“. Sie ist nicht alleine mit ihrer Meinung: „Gönnen wir doch allen einen schönen Urlaub.“ Im Urlaub sei es schließlich nicht schlimm mal etwas zu warten.


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„Man kann die Zeit nicht zurückdrehen, nur das Beste daraus machen und versuchen mit Geduld und Freundlichkeit durch den Urlaub zu kommen“, rät eine Urlauberin. Und auch eine andere versucht positiv zu bleiben: „Ich wünschte mir mehr entspannte Menschen. Seid doch einfach im Urlaub entspannt. Stress habt ihr doch meist auf der Arbeit – genießt die Insel.“ Das sollten sich wohl viele zu Herzen nehmen…